Prüfungsfragen: Hätten sie es gewusst?

Eine Querreihe auf der Platte ist die Antwort darauf, wie das Pflugscharbein beim Huchen bezahnt ist (Anglerlatein).

Eine „Fischnacheile“ hat nichts mit der Verfolgung ziehender Schwärme zu tun, damit ist tatsächlich das Fischen auf überfluteten Grundstücken gemeint, solange eine Verbindung zum Fluss besteht.

Rutte,Aal, Barbe und Nase haben Schuppen. Schuppenlos sind Wels und Zwergwels und in dieser Frage die richtige Antwort.

Welche Körperform hat die Güster? Pfeilförmig, torpedoförmig oder hochrückig und seitlich abgeplattet? Richtig ist Letzteres.

Hunderte Fragen umfasst die Fischereiprüfung in Niedersachsen. Ohne sie ist nur an wenigen Orten, etwa an privaten Forellenteichen, das Angeln erlaubt. Knut Tholen aus Edewechterdamm ist Ausbilder und Hauptgewässerwart für den Fischereiverein für den Bezirk der Friesoyther Wasseracht. Erst vergangene Woche hat er einen Lehrgang abgeschlossen. „Einer war dabei, der war Baujahr 1939, das war schon sportlich. Dazu zwei Rumänen und ein Lette“, verrät Tholen. Wer in seinem Heimatland begeisterter Angler war und diese Leidenschaft fortsetzen wolle, müsse auch die deutsche, beziehungsweise die niedersächsische Fischereiprüfung bestehen.

Anglerlatein inbegriffen

Insgesamt 360 Fragen in sechs Rubriken gibt es, aus jeder Rubrik werden zehn Fragen gestellt. „Bei uns gibt es kein reines auswendig lernen. Die Leute sollen sensibilisiert werden für Natur und Tierschutz.“ Auch persönliche Erfahrungen und Anglerlatein gehören zur Ausbildung. So soll auch „rechts und links der Fragen etwas gelernt werden.“

Dazu gebe es einen praktischen Teil, in dem die vielen unterschiedlichen Angelgeräte erklärt und auch zusammen gebaut werden müssen. Tholens Ausrüstung ist umfangreich: 30 bis 40 Angeln und hunderte Dinge, die einen buchstäblichen Haken haben, nennt er sein Eigen. Zwei Boote, mehrere Kescher, elektrische Angeln und die bekannten wasserdichten Hosen finden sich ebenfalls in seiner Sammlung. „Das sammelt sich mit den Jahren an. Ich angele, seit ich laufen kann“, verrät er. Außerdem brauche er vieles für die Ausbildung.

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Geangelt werden müsse hingegen nicht in der Prüfung. „Wir versuchen, dass jeder eine reelle Chance hat, die Prüfung zu bestehen“, sagt Tholen. Der Lehrgang des Vereins umfasst 18 Doppelstunden, die zweimal pro Woche durchgeführt werden.

Die Mühe soll sich aber lohnen, und das nicht nur für Angler. „Wir hatten auch schon Taucher im Lehrgang, die einfach ihren Horizont erweitern wollten“, erinnert sich Knut Tholen. Die Faszination des Angelsports ergebe sich für ihn aus der Jagd nach einem leicht flüchtenden Tier, das einem aber immer wieder Gelegenheiten biete. „Das Angeln bietet nicht nur Erholung, sondern auch einen Nutzen, denn man kann den Fang ja auch lecker zubereiten.“ Das jedoch im Lehrgang auch noch zu behandeln, sprenge wohl den Rahmen, erklärt der Ausbilder augenzwinkernd.

Mit ihrer Mitgliedschaft in einem Angelverein unterstützten die Menschen auch zahlreiche Projekte für den Umweltschutz. Es würden neue Fische ausgesetzt, Laichgewässer geschaffen oder Tiere durchgezählt. „Fische hört und sieht man nicht. Wir sind ihr Anwalt.“ Mit verschiedenen Maßnahmen sei bereits viel erreicht worden. „Der Fisch ist ein Lebewesen. Das wollen wir auch vermitteln.“

Erfolgreiche Hege

So stammt Knut Tholens einprägengstes Erlebnis aus seiner Zeit als Angler vom Elektrofischen, bei dem Fische betäubt und gezählt werden. „Da war die erste Meerforelle zum Laichen in unsere Gewässer zurückgekehrt, die wir mal als frisch geschlüpften Fisch ausgesetzt hatten.“

Der nächste Vorbereitungskursus beginnt am Mittwoch, 11. Januar 2017, um 19 Uhr in Gehlenberg in der Gaststätte Reiners (Hütten Bernd). Die Gebühr für Ausbildungslehrgang und die Prüfung beträgt für jeden Teilnehmer 80 Euro. Die Anmeldung für den Kurs erfolgt am ersten Unterrichtsabend.

Sascha Sebastian Rühl Volontär, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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