Nordkreis Eine Schülerin, die intime Fotos an ihren Schwarm schickt, die dann an alle Mitschüler verbreitet werden, und ein Schüler, der glaubt, von Pornoseiten zu wissen, „was Frauen wollen“. Darum ging es in einem Theaterstück zum Thema Prävention, das am Montag im Forum des Albertus-Magnus-Gymnasiums aufgeführt wurde. Schüler der Jahrgänge sieben bis neun aus dem gesamten Nordkreis besuchten die zwei Aufführungen und verfolgten gespannt das Geschehen auf der Bühne.

Für Miriam Bormann, Lehrerin an der Realschule in Friesoythe, war das Theaterstück mit anschließender Diskussionsrunde der ideale Einstieg in das Thema Prävention: „Wir haben wöchentlich mit dem Thema zu tun und beginnen in den siebten Klassen im März mit der Präventionsarbeit. Dazu kommt auch die Polizei in die Klassen.“

Prävention werde dabei in allen Schulfächern thematisiert. In Deutsch werde beispielsweise eine Lektüre gelesen, in Biologie der Einfluss von Drogen und Alkohol auf den Körper thematisiert und im Fach Religion wird Mobbing aus ethischer und moralischer Sicht betrachtet.

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Organisiert wurde die Veranstaltung vom Arbeitskreis Sexualpädagogik im Landkreis Cloppenburg, zu dem auch Sandra kleine Stüve, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Friesoythe, gehört: „Die Jugendlichen sollen für den Umgang mit Fotos und anderen Daten sensibilisiert und in ihrer Medienkompetenz gestärkt werden.“ Dazu hat der Arbeitskreis die Theatergruppe „Comic on“ aus Köln engagiert, die sich auf das Thema spezialisiert hat.

Julia Knorst (Kiara), Anne Müller (Elena) und Marcel Langer (Leo) spielten das Stück „upDate“: Die beiden besten Freundinnen Kiara und Elena sind in Leo verliebt. Nachdem Leo bei Kiara aufgrund der „Informationen“ von Pornoseiten etwas zu forsch agierte und abgeblitzt ist, spielt er Elena die große Liebe vor. Er überredet sie dazu, ihm ein intimes Foto zu schicken, welches er nach einem Streit an andere Mitschüler schickt. Am Ende sind Kiara und Leo ein Paar und Elena kommt nicht mehr in die Schule, weil sie dort von allen gemobbt wird.

Als die Schauspieler in der anschließenden Diskussionsrunde fragten, wer eine solche oder ähnliche Situation schon einmal erlebt habe, blieben nur wenige Finger unten. „Das ist die Antwort, die wir häufig bekommen“, sagt Langer. Er versucht, dem gemeinsam mit seinen Schauspielkolleginnen entgegenzuwirken.

Dazu gaben alle drei den Schülern noch wichtige Tipps für den Alltag mit auf den Weg: Müller betonte, dass das automatische Speichern von Fotos bei WhatsApp ausgestellt werden sollte. Denn wenn die Polizei beispielsweise intime Fotos eines Mitschülers auf dem Handy findet, ist der Besitzer automatisch Mit-Täter. Wenn ein verbotenes Foto in eine Gruppe geschickt oder dort jemand beleidigt wird, sollten die Schüler einen Screenshot machen und anschließend aus der Gruppe austreten. Den Screenshot können sie dann der Polizei als Beweis für ihre Unschuld zeigen. Schockiert waren die Jugendlichen, als die Schauspieler erzählten, dass die Polizei die Handys für zwölf bis 14 Monate beschlagnahmen kann. Müller wies zudem darauf hin, dass auch die Entscheidung, dem Opfer nicht zu helfen, Folgen hat: „Die Opfer ritzen sich. Ihr seid in der Verantwortung, Courage zu zeigen.“

Knorst erinnerte die Jugendlichen an zwei einfache Grundregeln: „Solange ihr nicht alles über einen Vorfall wisst, solltet ihr euch nie ein Urteil über eine Person machen. Zudem solltet ihr euch beim Schreiben immer vorstellen, ihr würdet der Person das Geschriebene ins Gesicht sagen. Wenn ihr das nicht könnt, dann schreibt es auch nicht.“

Bei den rund 660 Schülern hinterließ das Theaterstück Eindruck: „Es hat gezeigt, dass sich jeder den Konsequenzen bewusst sein muss, wenn er ein Foto teilt. Ich habe selber schon einmal meine Nummer gewechselt, weil so viele diese bekommen haben“, sagte Alina aus der 9c der Realschule. Auch Noah (7b) gefiel es gut: „Einiges war auch sehr schockierend.“ Im Anschluss an das Theaterstück konnten sich die Schüler noch zum Projekt „Herzenssache“ des Arbeitskreises informieren, bei dem alles rund um das Thema Liebe behandelt wird.


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Nils Coordes Redakteur / Newsdesk
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