Nikolausdorf Laut und fröhlich geht es am Donnerstag in der dritten Klasse der Grundschule Nikolausdorf zu. Die Kinder bemalen Töpfe und pflanzen Tulpenzwiebeln ein, gemeinsam mit Ehrenamtlichen des Ambulanten Hospizdienstes Cloppenburg. Seit Montag sind sechs von ihnen zu Gast in der Klasse. Und in der Projektwoche „Hospiz macht Schule“ zeigen sie, dass sich auch Kinder mit Tod und Trauer beschäftigen sollten – und dass das Thema nicht immer traurig sein muss.

„Wir wollen das Thema aus der Tabuzone herausholen“, sagt Klassenlehrerin Ulrike Kaiser, denn der Tod gehöre zum Leben dazu. „Das ist ein ganz wunderbares Projekt.“

Die Eltern der Drittklässler wurden über das Projekt bei einem Elternabend vom Hospizdienst informiert. Oft gebe es Bedenken, Kinder schon mit Tod und Trauer zu konfrontieren. „Aber hier waren alle Eltern von Anfang an begeistert“, freut sich die Klassenlehrerin.

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Jeden Tag hat das Team vom Ambulanten Hospizdienst um Koordinatorin Hildegard Meyer verschiedene Aktionen geplant. „Wir wollen die Kinder behutsam auf das Thema vorbereiten“, erklärt sie. Ihre Kolleginnen Sylvia Varnhorn, Renate Berg, Maria Möller, Elisabeth Bendleb und Helga Jansen kümmern sich jeweils um eine kleine Gruppe Schüler, in der sie verschiedene Aktionen mit ihnen machen. Jeder Morgen beginnt dabei mit einem Begrüßungslied, in dem jede Schülerin und jeder Schüler angesprochen wird. Jeden Mittag gibt es ein Abschlusslied.

Montag startete die Projektwoche mit dem Punkt „Werden und Vergehen“, am Dienstag ging es weiter mit „Krankheit und Leid“. Dazu war ein Arzt zu Gast, dem die Schülerinnen und Schüler ihre Fragen stellen konnten. „Es war interessant zu sehen, womit die Kinder sich schon auseinandersetzen“, sagt Meyer.

Am Mittwoch ging es dann um das Thema „Sterben und Tod“. Dazu haben die Schüler einen Ausschnitt aus einer Kindersendung geschaut. Am Donnerstag wurde über das „Traurig-Sein“ gesprochen. Dazu haben die Kinder Blumenzwiebeln eingepflanzt. „Wenn diese gut gepflegt und gehegt werden, gedeiht die Blume.“ Und wenn sich jemand um einen traurigen Menschen kümmere, gebe es auch bei der Trauer Veränderungen, erklärt Meyer.

Abgeschlossen wird das Projekt am Freitag mit dem Thema „Trost und Trösten“. Dabei geht es darum, zu zeigen, dass getrauert werden darf und wie getröstet werden kann. Zum Abschiedsfest sind an dem Tag auch die Eltern eingeladen. Es gibt etwas zu essen und die Kinder verabschieden sich von den Ehrenamtlichen, mit denen sie die Woche verbracht haben.

In der Projektwoche folgen Meyer und ihre Kolleginnen einem festgelegten Konzept, zu welchem sie in einem Seminar geschult wurden. „Aber man muss auch abwägen und improvisieren können“, sagt die Koordinatorin.

Die Schüler machen beim Projekt gerne mit. „Es ist sehr toll. Wir machen viele Sachen und können auch einiges ausprobieren“, sagt der neunjährige Tjark. Viel Spaß macht ihm etwa das Einpflanzen der Blumenzwiebeln.

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Manuela Wolbers Redakteurin / Online-Redaktion Ostfriesland
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