Goslar /Nordkreis Die geplante Erhöhung der Pflichtstundenzahl für Gymnasiallehrer und die Streichung der beschlossenen Regelung zur Altersermäßigung, die unter Bruch verbindlicher Garantien der früheren SPD-Kultusministerin Renate Jürgens-Pieper von der rot-grünen Landesregierung beschlossen worden ist, ließen auf dem Philologentag in Goslar die Wellen hochschlagen.

„Mehr als ausgelastet“

Die Welle der Empörung und des Widerstandswillens an den Gymnasien des Landes sei riesengroß, fassten Annette Jahn (Laurentius-Siemer-Gymnasium) und Torben Koopmann (Albertus-Magnus-Gymnasium), die die Ortsverbände Ramsloh und Friesoythe des Philologenverbandes Niedersachsen in Goslar vertraten, zusammen. Die Lehrer hätten bereits zusätzliche, arbeitsintensive Aufgaben aufgebürdet bekommen. Durch Streichung des Weihnachtsgeldes, „Nullrunden“ und verzögerte Gehaltsanpassungen seien die Realeinkommen gekürzt worden. Mit der Arbeitszeiterhöhung sollen sie nun noch um die Rückerstattung des von 2000 bis 2010 unentgeltlich erteilten Mehrunterrichts „geprellt werden“.

„Das Maß ist voll“

Die Gleichsetzung von Unterrichtsstunden und Arbeitsstunden sei falsch, sagten Jahn und Koopman. Sie ignoriere den Aufwand für Vor- und Nachbereitung sowie für zusätzliche Schülerbetreuung. Dies bedeute Mehrarbeit von mindestens zwei Zeitstunden, obwohl die Lehrer durch außerunterrichtliche Dienstverpflichtungen „mehr als ausgelastet“ seien. Da die Erhöhung nicht mit einer Gehaltserhöhung verbunden werden soll, stelle sie eine „dreiste Gehaltskürzung“ dar.

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„Jetzt reicht’s, das Maß ist voll!“, sei die Stimmung in den Kollegien. Man wolle mehr Zeit haben für die Vorbereitung guten Unterrichts und die Förderung der Schüler, aber die Landesregierung verweigere diese Zeit, so Jahn und Koopmann. Das sähen auch viele Eltern und Schüler so. Koopmann: „Wenn ich eine fünftägige Klassenfahrt unternehme, bin ich pro Tag 15 Stunden auf Achse und habe dazu noch neun Stunden Bereitschaftsdienst ohne Anspruch auf entsprechenden zeitlichen Ausgleich.“ Außerdem müssten viele Lehrer ihre Reisekosten selber bezahlen.

„Mit diesen und anderen Formen der Ausbeutung muss jetzt Schluss sein“, so Koopmann. Als „vergiftetes“ Geschenk an die Schüler bezeichneten die Vertreter den Vorschlag der Landesregierung, schriftliche Klassenarbeiten als „Entlastungsmaßnahme“ auf ein Minimum einzuschränken. Damit würden Schüler unzureichend auf Abiturprüfungen und die Anforderung der Hochschulen vorbereitet. Der Philologentag lehnte dies nachdrücklich ab.

Scharfe Kritik

Auf scharfe Kritik sei die Rede von Kultusministerin Frauke Heiligenstadt gestoßen. Sie habe starr auf Arbeitserhöhung bestanden, sei auf Argumente und Fragen nicht eingegangen. Die 350 Delegierten wollen sich weiter gegen Arbeitszeiterhöhung einsetzen. Einstimmig wurde ein Antrag angenommen, rechtliche Möglichkeiten zu prüfen, um die Arbeitsüberlastung zu beseitigen. Sie wollen diesbezüglich alle legalen Aktionen auf landesweiter/lokaler Ebene unterstützen.

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