CLOPPENBURG Familien sind die wichtigsten Bildungseinrichtungen. Diese durch zahlreiche Untersuchungen belegte Tatsache machte Dr. Martin R. Textor, Diplom-Pädagoge und Mitbegründer des Instituts für Pädagogik und Zukunftsforschung in Würzburg in seinem Referat anlässlich der 13. Fachtagung der Volkshochschule (VHS) für Mitarbeiterinnen in Kindergärten deutlich. Eltern müssten als kompetente Ansprechpartner genutzt werden. Doch anstatt Bildungsprozesse in Familien zu unterstützen, setze die Politik auf den Ausbau von Schulen und Kindergärten.

Nach dem Grußwort des Ersten Kreisrats Ludger Frische – er erläuterte, dass in acht von 13 Städten und Gemeinde des Landkreises ein Krippenangebot vorhanden sei – und den Einführungsworten von Ulla Meyer-Burke (VHS) führte Textor aus, dass die Familie wesentlich stärker die Bildungschancen präge als Schule oder Kindertageseinrichtungen. Gerade in bildungsschwachen Familien sei jedoch die Qualität von Kindertagesstätten wichtig, um Defizite auszugleichen. Bei Kindern aus bildungsschwachen Familien sei es nötig, die Eltern einzubeziehen. Textor: „Was nützt es, wenn Kinder nach der Schule oder dem Kindergarten daheim nur Türkisch sprechen und ein türkischer Sender im Fernsehen läuft?“

Eltern hätten heute 22 Stunden in der Woche weniger Zeit für ihre Kinder als in den 60er Jahren. Die Folge sei Mittelmaß, so Textor: „Die Bildungsmacht der Bildungsmächtigen nimmt ab.“ Grund sei, dass Kinder in öffentlichen Einrichtungen erzogen würden, wo nicht allen Kindern entsprechende Aufmerksamkeit gewährt werden könne.

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Eltern seien Spezialisten für ihre Kinder, die Leistung der Eltern dürfe deshalb nicht unterschätzt werden. Erzieherinnen und Eltern müssten in einem offenen Dialog gleichberechtigt zusammenarbeiten. Deshalb sei Elternarbeit wichtig. Regelmäßig sollten Gespräche stattfinden, auch um die Arbeit abzustimmen. Zudem sollten Einrichtungen väterfreundlicher gestaltet werden. Möglichkeiten, Eltern einzubeziehen, sei etwa die Hospitanz oder gar die Einrichtung zum Familienzentrum mit Babysitterdienst, Elterncafe oder etwa Familienangeboten auszubauen.

Reiner Kramer stv. Redaktionsleitung Cloppenburg/Friesoythe / Redaktion Münsterland
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