Friesoythe Eine Kampagne für mehr Vaterliebe ihren Söhnen gegenüber hat am Dienstagabend Professor Dr. Christian Pfeiffer in Friesoythe gefordert. Männer müssten zu einer neuen Art der Kommunikation, weg vom „Ein Indianer kennt keinen Schmerz“-Verhalten und der Macho-Kultur kommen. Denn: „Nur 33 Prozent der Väter gehen liebevoll mit ihren Söhnen um.“

Mehr Zuwendungszeit erhielten Mädchen nicht nur in der Familie, sondern auch in Kindergärten und in der Schule, belegten Studien. Die Folge, so der Direktor des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen: Mädchen hätten Jungen sowohl in schulischen als auch in universitären Abschlüssen längst den Rang abgelaufen. Hier gelte es gegenzusteuern, so Pfeiffer, der im Forum am Hansaplatz über „Chancen und Gefahren des Internets für Kinder und Jugendliche – aktuelle Forschungsbefunde und Folgerungen“ sprach.

Ein Zusammenhang zwischen brutalen Computerspielen – deutlich stärker von Jungen praktiziert – und schlechten Schulnoten sei belegt, so Pfeiffer: „Je länger gespielt wird und je brutaler die Inhalte sind, desto schlechter sind die Schulnoten.“

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Der Vorstellung, brutale Computerspiele brächten Amokläufer hervor, widersprach Pfeiffer. Diese Desensibilisierung erleichtere zwar den Schritt zur Tat, aber Aspekte wie tiefe Demütigungen seien ausschlaggebend.

„Zuviel Medienkonsum macht Kinder dick, dumm, krank und traurig“ – das meiste an dieser Hypothese habe sich bestätigt, so Pfeiffer weiter. Bildschirme aller Art hätten bei Kindern im Grundschulalter nichts im Kinderzimmer verloren. Allerdings müssten sie gleichwohl den Umgang mit Computern erlernen. Die Nutzung von Facebook sei aber rückläufig, ebenso der Fernseh-Konsum, gab Pfeiffer Trends der neuen JIM-Studie wieder.

Die Schule müsse einen wichtigen Auftrag übernehmen, nämlich: „Lust auf Leben machen“. Wichtig seien Fächer wie Sport und Musik (Pfeiffer: „die Rettungsfächer“), denn nach dem Sport sei die Aufnahmebereitschaft größer, die Chance, dass das Aufgenommene im Langzeitgedächtnis lande, höher.

Erfreuliche Nachrichten hatte Dr. Pfeiffer auch im Gepäck: Nach dem Motto „Weniger Hiebe, mehr Liebe“ sei Gewalt in Familien deutlich rückläufig. Auch Jugendgewalt und Gewalt an Schulen sinke kontinuierlich.

Reiner Kramer stv. Redaktionsleitung Cloppenburg/Friesoythe / Redaktion Münsterland
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