Landkreis Junge, talentierte Musiker, die sich dem Jazz verschrieben haben, müssen bisweilen lange Weg bis nach Osnabrück oder Oldenburg für ihren Unterricht bei einem entsprechenden Musiklehrer zurücklegen. „Die Städte haben da große Vorteile“, sagt Torsten Ellmann, stellvertretender Schulleiter und Musiklehrer am Copernicus-Gymnasium (CGL) in Löningen.

Das kann so nicht bleiben, finden die Musiklehrer der fünf Gymnasien im Landkreis Cloppenburg. Und deswegen haben sich die Liebfrauenschule Cloppenburg, das Clemens-August-Gymnasium (CAG), das Albertus-Magnus-Gymnasium Friesoythe, das Löninger Copernicus-Gymnasium (CGL) und das Laurentius-Siemer-Gymnasium (LSG) Ramsloh für ein gemeinsames Jazz-Projekt stark gemacht.

Entstanden ist „Jazzselection“, wie Vertreter der Schulen, Kreisrat Neidhard Varnhorn und Kreismusikschuldirektor Michael Gudenkauf beim Pressetermin am Montagmittag im Kreishaus verkünden. Aus den musikalisch begabten Schülern der Gymnasien soll sich die Bigband in Doppelbesetzung – das sind dann etwa 40 Musiker – zusammensetzen, erläutert Thomas Stanko, Jazzpädagoge und Musiklehrer am CAG, der die musikalisch-künstlerische Leitung der Bigband übernimmt. 24 talentierte Schüler seien bereits gefunden, sagt Ellmann, der Geschäftsführer der Bigband wird.

Den Auftakt bildet eine erste Workshopwoche, die in der Katholischen Akademie in Stapelfeld organisiert wird. Die geplanten Musikstücke sollen im Vorfeld von den Schüler vorbereitet werden. Mit vier Dozenten – Saxophon, Trompete, Posaune, Rhythmusgruppe – werden die Stücke dann im Detail ausgearbeitet. Am Ende sollen die Schüler in einem Konzert ihr musikalisches Können zeigen. Schüler, die darüber hinaus weiter Unterricht nehmen wollen, können dies dann über die Kreismusikschule organisieren, verspricht Musiklehrer Stanko.

Wenn weitere Konzerte anstehen, seien dann kurzfristige Gesamtproben geplant, fügt Ellmann hinzu. Die Schüler, die bisher dabei sind, seien alle von den Lehrern angesprochen worden. Man verstehe „Jazzselection“ aber nicht als exklusiven Kreis, sagt Klaus Finsterhölzl, Schulleiter am LSG. Vielmehr sollten sich auch Schüler melden, die ihr Instrument beispielsweise privat erlernt haben und sich nicht in AGs engagieren, erläutert Ellmann. Man wolle mit der Band guten Schülern die Möglichkeit bieten, über den Tellerrand zu schauen, ermutigt CAG-Schulleiterin Annette Ovelgönne-Jansen. Am CAG wurden die drei bisher ausgewählten Schüler im Übrigen per Durchsage ins Rektoren-Büro zitiert. „Die Drei waren sehr stolz, dass sie ausgewählt wurden“, sagt Musiklehrer Stanko.

Stolz ist man auch vonseiten des Landkreises, dass die Schulen im Zusammenarbeit mit der Kreismusikschule den Jazz-Nachwuchs fördern wollen. Mit 5000 Euro wird das Projekt in diesem Jahr unterstützt, erläutert Kreisrat Neidhard Varnhorn. Das Konzert nach dem Workshop im September werde im Kreishaus geplant, der Termin und weitere Konzerte stehen bisher noch nicht fest, so Varnhorn.

Mareike Wübben Cloppenburg / Redaktion Münsterland
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