Berichterstattung zur Bomben-Entschärfung

Da meine Kinder zur Grundschule und den Hort St. Andreas gehen, war ich doch bestürzt, als ich in den Radionachrichten vom Bombenfund und den Evakuierungs-maßnahmen hörte. Mal davon abgesehen, dass meine Schwiegermutter, die die Zwillinge abholen wollte, fälschlicherweise zur Paul-Gerhardt-Schule geschickt wurde und man ihr dort mitteilen musste, man wüsste nicht, wo die Zwillinge abgeblieben wären, möglicherweise im Hort. Sie musste also wieder zurück – tatsächlich, dort konnte sie die Kinder dann mitnehmen. Es bleibt somit nicht aus, dass man sich über einige Dinge doch sehr wundern muss, die schon Schildbürgerstreichen gleichkommen: Die „Notstandsverordnung“ ließ nicht lange auf sich warten – das Krisengebiet wurde mittlerweile auf alle (!) Schulen und Kitas der gesamten Stadt Cloppenburg ausgedehnt – unglaublich! (...) Wie kann man jemandem klarmachen, dass zum Beispiel die Kita Sonnenblume, die weit vom potenziellen Gefahrenherd am anderen Ende von Cloppenburg ansässig ist, geschlossen hat, aber die Kinder, die durch ihre Familie keine Betreuungsmöglichkeit finden, näher an die Bombe herangeführt werden und zur Notbetreuung in die Stadthalle müssen. Welcher „Blindgänger“ denkt sich so etwas aus? Mal davon abgesehen, dass die kleine Weltkriegsbombe sicherlich nicht die Detonationskraft besitzt, um der Stadthalle gefährlich werden zu können (...) In Krisenzeiten gelten sicherlich andere Regeln, aber hier sollte man doch die Kirche im Dorf lassen – von „Überreaktionen“ haben wir doch in den vergangenen Tagen genug lesen müssen. Hier hätte man sicherlich überlegter vorgehen müssen und die Kinder sowie das betroffene Personal anliegender Einrichtungen für einen Tag umverteilen können, als ein derartig überzogenes Organisationschaos auszulösen (...) Mit einem derartig dilettantischen Krisenmanagement schafft man es garantiert wieder in die Schlagzeilen (...)

Thorsten Persigla, 49 661 Cloppenburg

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