CLOPPENBURG Vor 50 Jahren trat Hanna Lücking in den Heilig-Kreuz-Orden ein. Für ihre Projekte in Südafrika wird sie aus Cloppenburg unterstützt.

Von Christoph Koopmeiners CLOPPENBURG - Sie wirkt vital und voller Tatendrang. Ihre Lebensfreude steht ihr ins Gesicht geschrieben. Sie lacht viel und geht auf die Menschen zu. Gestern Morgen sind es die Jugendlichen der Marien-Hauptschule gewesen, die Schwester Tharsilla begeistert hat. Die Nonne des Heilig-Kreuz-Ordens ist 76 Jahre alt und nach fünf Jahren wieder auf Heimaturlaub in Cloppenburg. Ihr Lebensmittelpunkt ist Südafrika, genauer gesagt die kleine Farm Mount Carmel nahe der Stadt Aliwal North in der Provinz Ost-Kap. Dort lebt und arbeitet sie seit 24 Jahren.

Seit 1983 wird sie von der Marien-Hauptschule (früher Andreas-Hauptschule) unterstützt. Gestern überreichten ihr die Klassensprecher erneut einen Scheck in Höhe von 1703,09 Euro, das aus mehreren Schulaktionen stammt. „Das ist wahnsinnig viel Geld und hilft uns sehr“, bedankte sich Schwester Tharsilla bei den Schülerinnen und Schülern. Ihre Haus- und Näh-Projekte versteht die Ordensfrau als Hilfe zur Selbsthilfe für die armen Landbewohner.

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Sie steht dem Komitee der Mount Carmel Building Society vor, die den Großfamlien zinslos Geld leiht und in kleinen Raten zurückerhält. „Zehn Familien bauen zehn Häuser“, sagte sie. Die Steine würden selbst gebrannt und die Fensterrahmen selbst gebaut. Wer noch nicht in solch einem Haus aus Stein wohnt, haust mit seiner Familie in einer Blechhütte. Es sei keine Selbstverständlichkeit, einen Tisch und Stühle zu besitzen.

„90 Prozent der Jugendlichen sind arbeitslos“, erzählt sie. „Drogen und Sex sind ein großes Problem. 35 Prozent der Einwohner zwischen zwölf und 45 Jahren leiden an Aids, und viele sterben daran.“ Dadurch gebe es viele Waisenkinder, von denen auch eine ganze Reihe auf der Farm lebten. „Der Orden hat die Farm vor 60 Jahren geschenkt bekommen“, berichtete Schwester Tharsilla. Die Bedingung: Sie muss für kirchliche Zwecke und für die Erziehung genutzt werden.

Auf der Farm beginnt der Tag um 4 Uhr. 50 Kühe warten darauf, gemolken zu werden. Es gibt es Schafe, Hühner und Gänse. Vor dem Frühstück und der Fahrt zum Markt meditiert Schwester Tharsilla und feiert mit den anderen Ordensfrauen einen Gottesdienst.

Eindrücke vom Leben auf der Farm erhielten die Jugendlichen gestern nicht nur aus den Erzählungen der Heilig-Kreuz-Nonne und den Fotos, die sie jedes Jahr mit ihren Briefen an die Schule schickt, sondern auch aus einem Video, das Wolfgang Punte vor drei Jahren in Südafrika aufnahm. Punte ist Lehrer an der Marien-Hauptschule und eine Verwandter von Schwester Tharsilla.

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