Friesoythe Helm auf beim Fahrradfahren – zumindest bei Schulausflügen: Das ordnet das Niedersächsische Kultusministerium an. Vor der Änderung war von einem Kopfschutz die Rede. Was für Auswirkungen hat das an den Schulen in Friesoythe und Umgebung? Die NWZ hat nachgefragt.

Keine Ausflüge

An der Marienschule ändert sich nicht allzu viel, denn Ausflüge mit dem Fahrrad gibt es nicht. „Die Schüler müssen zunächst eine Fahrradprüfung ablegen“, sagt Schulleiterin Ina Niehaus. Diese finden erst im vierten Schuljahr statt. Eine Helmpflicht findet sie dennoch gut. „Bei gemeinsamen Ausflügen kann so manches passieren.“

An den weiterführenden Schulen ist die Helmpflicht häufiger ein Thema. So werden an der Heinrich-von-Oytha-Schule in Altenoythe vor den Sommerferien gerne Ausflüge mit dem Fahrrad unternommen, sagt Schulleiter Rasmus Braun. In Elternbriefen wurde bisher darauf hingewiesen, dass die Kinder und Jugendlichen einen geeigneten Kopfschutz tragen müssen. „Das wurde im Vorfeld geklärt“, sagt Braun. Zur Not wurden auch mal Reithelme von Mitschülern ausgeliehen. Da nun explizit von Fahrradhelmen die Rede ist, besteht so eine Möglichkeit nicht mehr. „Darauf weisen wir die Eltern auch noch einmal hin.“

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Braun findet die neue Regelung trotzdem gut. Wenn Kinder und Jugendliche in Gruppen unterwegs seien, könne schnell jemand hinfallen. „Und bei einer gewissen Geschwindigkeit kann es zu schwerwiegenden Verletzungen kommen.“ Noch besser fände der Schulleiter, wenn alle Radfahrer dazu verpflichtet wären, einen Helm zu tragen. E-Bikes zum Beispiel erreichten schnell hohe Geschwindigkeiten. „Da wäre das genauso sinnvoll.“

Helmpflicht bei Schulausflügen

Bei einem Schulausflug mit dem Fahrrad müssen alle Schüler einen Helm tragen, wie es in einem Erlass des Niedersächsischen Kultusministeriums heißt. Davor war in dem Erlass die Rede von einem Kopfschutz. Auch bei anderen Sportarten, etwa beim Eislaufen, besteht eine Helmpflicht.

Da ein Fahrradhelm zu den allgemeinen Gebrauchsgegenständen zählt, besteht auch bei Ausflügen keine Möglichkeit, diesen über das Bildungspaket zu finanzieren. Dies teilte Sabine Uchtmann von der Pressestelle des Landkreises Cloppenburg auf Nachfrage der NWZ mit.

Kaum ein Thema ist der Erlass an der Realschule in Friesoythe. „Ausflüge mit dem Fahrrad gab es selten“, sagt Schulleiter Hermann Meemken. Wenn welche stattfanden, hat die Schule auf die Elternfürsorge gesetzt. „Wenn eine Familie keine Helme hat, können wir sie nicht zwingen, einen zu besorgen.“ Es stelle sich die Frage, wie nun in solchen Fällen reagiert werde: „Stellt das Kultusministerium Helme zur Verfügung?“

Die Umsetzung des Erlasses müsse auch machbar sein – und einige Fragen seien noch offen. „Wir warten ab, wie es nun weitergeht.“

Häufige Ausflüge

Am Albert-Magnus-Gymnasium werden laut Schulleiter Peter Stelter häufig Ausflüge mit dem Fahrrad unternommen. „Wir haben in der Gegend viele attraktive Ziele.“ Für ihn ist die Änderung des Erlasses eher marginal. „Bisher war von einem Kopfschutz die Rede – jetzt ist es präziser.“ Schon vor der Änderung war klar, dass bei Ausflügen nur mitfährt, wer „einen Helm auf dem Kopf hat“. „Es kann schnell etwas passieren“, wenn bis zu 30 Kinder gemeinsam mit dem Rad unterwegs sind. Und wer keinen Helm tragen möchte, der nehme am Unterricht der Parallelklasse teil.

Der Schulleiter findet es gut, dass der Erlass nun „klar und eindeutig“ formuliert ist. Es sei richtig, weder Eltern noch Schule die Entscheidung zu überlassen. „Wenn es um Sicherheit geht, sind Vorgaben sinnvoll“ – und eine Helmpflicht nur vernünftig.

Manuela Wolbers Redakteurin / Online-Redaktion Ostfriesland
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