Friesoythe Ab wann sollen sich die politischen Gremien des Friesoyther Stadtrates mit einer eventuellen Schließung und mit Rettungsmaßnahmen einer kleinen Grundschule beschäftigen? Nach einer Besprechung mit den Schulleitern aller zehn Grundschulen im Friesoyther Stadtgebiet hatte die Stadtverwaltung das Ergebnis dieser Runde in einem Beschlussvorschlag formuliert. Dieser wurde den Mitgliedern des Schulausschusses am Mittwochabend im Rathaus am Stadtpark vorgestellt.

Darin heißt es: „Soweit eine Grundschule über einen Zeitraum von drei Jahren eine Schülerzahl von 30 oder weniger ausweist, wird die Schließung der Schule eingeleitet.“ Die Schulleitungen hätten im Vorfeld deutlich erklärt, dass die Arbeit an einer viertelzügigen Grundschule (bis 25 Schüler sind alle vier Jahrgänge in einer Klasse) keinen Sinn mehr mache, zumal es dann auch nur eine Lehrkraft an der Schule geben werde. Dies könne zum Beispiel der Aufgabe, Schulanfängern Grundbegriffe zu vermitteln und gleichzeitig Viertklässler auf die weiterführenden Schulen vorzubereiten, nicht mehr gerecht werden. Betroffen sein von dieser Regelung könnte in den nächsten Jahren Hohefeld.

Die SPD-Fraktion unterstütze diesen Grundsatzbeschluss. „Wir drücken uns seit Jahren vor einer Entscheidung. Jetzt können wir eine Regel aufstellen, an denen sich Eltern orientieren können. Das ist der erste Fortschritt seit zehn Jahren“, sagte Eike Baran (SPD). „Wir können nicht weiterhin den Kopf in den Sand stecken. Das entspricht nicht der Verantwortung eines Schulträgers“, sagte Renate Geuter (SPD), die betonte, dass der Beschluss kein Schließautomatismus für kleinere Grundschulen sei.

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Genau das befürchtete aber Christoph Böhmann (CDU): „Dieser Grundsatzbeschluss ist ein Freifahrtschein für die Verwaltung.“ Er machte deutlich, dass Grundschulen sehr wichtig seien in den Orten und man diese so lange erhalten sollte, wie es geht. Daher sprach sich auch CDU-Ratsherr Karl-Heinz Krone gegen einen Grundsatzbeschluss aus und forderte eine Einzelfallentscheidung. So sah es auch Bernd Wichmann (CDU): „Wir sind gewählt worden, um uns zu kümmern – und zwar in jeder Situation. Das geht nicht mit einem anonymen Grundsatzbeschluss.“

Überraschenderweise wurde dem Beschlussvorschlag mehrheitlich aber zugestimmt. Denn neben den fünf SPD-Mitgliedern im Ausschuss stimmten auch die drei Vertreter der Eltern, Schüler und Lehrer dafür. Dem standen die sieben Stimmen der CDU entgegen. Es ist aber unwahrscheinlich, dass es im Verwaltungsausschuss und im Rat eine Mehrheit für den Beschluss gibt, denn dort fallen die Stimmenverhältnisse deutlicher zugunsten der CDU aus.

Carsten Bickschlag Redaktionsleitung Cloppenburg/Friesoythe / Redaktion Münsterland
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