Friesoythe /Neuscharrel Die Dorfgemeinschaft Neuscharrel kann aufatmen. Die Grundschule Neuscharrel bleibt unter der Berücksichtigung des neuen Konzeptes „Wurzeln und Flügel“ bestehen, und dem Konzept wird die nötige Zeit gegeben, sich zu etablieren. Dafür hat sich am Montagabend im prall gefüllten Sitzungssaal des Friesoyther Rathauses der Schulausschuss mit zehn Ja-Stimmen und fünf Enthaltungen ausgesprochen.

„Wir haben diskutiert und überlegt. Doch das Konzept ist gut und die Ansätze sollten die Chance und die Zeit bekommen, sich zu bewähren. Doch das Ziel muss in naher Zukunft die Halbzügigkeit sein“, sagte Erste Stadträtin Heidrun Hamjediers zum genannten Beschlussvorschlag. „Wenn es um die Schließung von Schulen geht, darf es kein Automatismus geben. So war es genau richtig, dass wir im vergangenen Jahr der Grundschule noch eine Chance gegeben haben. Und genau diese Chance hat die Schule verdient“, sagte Dr. Matthias Lamping (CDU). „Auch wir finden das neue Konzept sehr gut, aber letztendlich liegt es an den Eltern – sie stehen jetzt vor einer schwierigen Situation. Doch wir würden die Erprobungsphase des neuen Konzeptes gerne bis zum Schuljahr 2021/2022 begrenzen“, sagte Renate Geuter, Fraktionsvorsitzende der SPD, und trug einen entsprechend lautenden Beschlussvorschlag vor.

Doch im Beschlussvorschlag der Verwaltung war noch ein weiteres Thema genannt. „Sollten Eltern mit Wohnsitz außerhalb des Schuleinzugsbereiches der Grundschule Neuscharrel eine Beschulung ihrer Kinder in der Grundschule Neuscharrel beantragen, wird dies seitens der Stadt Friesoythe grundsätzlich positiv beurteilt (..)“. Das stieß bei der SPD sauer auf. „Diesen Vorschlag können wir nicht mittragen. Alle Fraktionen sind sich bisher einig, dass eine Veränderung der Schuleinzugsgrenzen nicht erfolgen soll. Das schließt auch Sonderregelungen für die Grundschule Neuscharrel zu Lasten anderer Standorte aus, da alle Grundschulen in der Stadt gute Konzepte haben“, so Geuter weiter. Für die CDU/FDP-Fraktion besteht die Gefahr des gegenseitigen Abwerbens aber nicht. Mit acht Ja-Stimmen und sechs Gegenstimmen sowie einer Enthaltung wurde über den zweiten Beschlussvorschlag abgestimmt.

Auch Bürgermeister Sven Stratmann freute sich über die Entscheidung des Ausschusses, mahnte aber auch eine Sache an. „Der gute Weg ist da, und jetzt müssen es die nächsten Jahre zeigen. Doch die Eltern dürfen nicht unter Druck gesetzt werden – jede Entscheidung bezüglich der Beschulung eines Kindes ist zu respektieren. Anonyme Schreiben in Briefkästen von Eltern – das geht überhaupt nicht“, so der Rathaus-Chef.

Das Thema wird am 27. Februar im Verwaltungsausschuss weiter behandelt und kommt danach, voraussichtlich im Juni, schlussendlich in den Stadtrat.

Heiner Elsen Friesoythe / Redaktion Münsterland
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