Friesoythe Nicola Fuhler hat ein ganz besonderes Steckenpferd. Eins, welches sie lebt. „Über NLP könnte ich drei Wochen lang reden“, sagt die Leiterin des Katholischen Bildungswerks in Friesoythe und meint damit drei Wochen am Stück. Am Mittwochabend waren es zumindest gute zweieinhalb Stunden, die die Sozialpädagogin in einem Kursabend über dieses Thema referierte.

Aber was ist NLP überhaupt? Die Abkürzung steht für Neuro-Linguistisches Programmieren. Es bildet sämtliche Bestandteile innerer und zwischenmenschlicher Denk- und Kommunikationsprozesse ab. Dazu gehören Beziehungsgestaltung, Wahrnehmung, Ressourcen, Sprache, Ziele, Verhaltensstrategien, systematische Aspekte sowie Werte und Glaubenssätze.

Es basiert auf der Annahme, dass Menschen ihre Umwelt auf verschiedene Art und Weise wahrnehmen. Diese Wahrnehmungsprozesse kann man strategisch beeinflussen – Gedanken, Gefühle und Verhaltensweisen verändern. „Wir sind die Schöpfer unserer Gedanken – nicht die Marionetten“, sagt NLP-Fan Fuhler: „Welche Beziehung führe ich mit mir? Das beeinflusst unser Denken und Handeln.“ NLP gehe davon aus, dass der Mensch schon an seinem Ziel ist. Es müsse ihm nur bewusst werden. Zur „Programmierung“ des Denkprozesses gehören zwölf Grundannahmen (siehe Infobox).

Die Anfänge des NLP gehen in die 1970er Jahre zurück. Damals wurde es von dem Studenten Richard Bandler zusammen mit dem Sprachwissenschaftler John Grinder an der University of California entwickelt. Heute zählt NLP zu den beliebtesten Coaching-Techniken. Anwendungsgebiete gibt es viele: So soll NLP Menschen helfen, Ängste und Schwächen, aber auch Krankheiten zu überwinden. Ebenso haben Verkäufer die Technik für sich entdeckt. „Die meisten NLPler sind spirituell unterwegs“, sagt die Geschäftsleiterin des Bildungswerks: „NLP ist immer manipulativ, aber gutartig.“

Jedoch konnten wissenschaftliche Studien bislang nicht beweisen, dass die Technik funktioniert. Trotzdem hat NLP viele überzeugte Anhänger, wie auch Nicole Fuhler. Eine Teilnehmerin des Kurses erzählt, mit Hilfe der Methode ihre Probleme mit männlichen Vorgesetzten überwunden zu haben.

Ebenfalls zu Fuhlers NLP-Kursus gehört die Timeline-Arbeit. Dabei lernen die Teilnehmer, innere Konflikte oder welche mit anderen Menschen aus einem neuen Blickwinkel zu sehen. Nutzen kann man die Timeline natürlich auch für einen Ausflug in eine angestrebte Zukunft. So kann man die mit der Zielerreichung verbundenen Emotionen bereits erleben und so zusätzliche Motivation zur Zielerreichung gewinnen. Vorher müsse man überprüfen, ob das Ziel zu den eigenen Werten passt und es dann ausformulieren.

Eine weitere Kursteilnehmerin erklärt sich bereit, sich der Timeline zu unterziehen. Sie wünscht sich, sich in Dienstbesprechungen besser einbringen zu können. Nach mehreren Reisen – im Kopf versteht sich – durch ihre Vergangenheit und in ihre Zukunft erkennt sie, dass das Problem in der Kindheit angefangen hat und in welchen Zeiten es ihr leichter gefallen ist, frei zu sprechen. Mithilfe dieser Gedanken wird ihr die nächste Besprechung bestimmt leichterfallen. Impulse für berufliches und privates Wachstum kann man jedenfalls nicht genug bekommen.

Es gibtzwölf Grundannahmen zu Neuro-Linguistischem Programmieren:

1. Man kann nicht nicht kommunizieren. 2. Die Landkarte ist nicht das Gebiet. 3. Das Verhalten eines Menschen richtet sich nach seiner Landkarte. 4. Menschen haben zwei Ebenen der Kommunikation (bewusst und unbewusst). 5. Hinter jedem Verhalten steht eine positive Absicht. 6. Wenn was nicht funktioniert, tue etwas anderes. 7. Kommunikation ist der Austausch sinnlicher Wahrnehmung. 8. Die Bedeutung der Kommunikation liegt in der Reaktion des Empfängers. 9. Menschen verfügen über alle Ressourcen, um eine wirkliche Veränderung zu erzielen. 10. Es gibt keine Fehler in der Kommunikation. Es gibt nur Resultate und Feedback. 11. Ist die Beziehungsebene gestört, wird auf der Inhaltsebene nicht zugehört. 12. Körper und Geist beeinflussen sich wechselseitig.

Niklas Grönitz Volontär, 2. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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