Friesoythe „Gesellschaft verändert sich, Technik verändert sich, doch eins bleibt immer gleich: Das Grundbedürfnis der Menschen nach Liebe, Sicherheit und Geborgenheit.“ Das sagt Gabi Tepe aus voller Überzeugung. Und sie sollte es wissen, denn sie ist eine Person, die seit 40 Jahren tagtäglich mit – zumeist sehr jungen – Menschen zu tun hat. Die (fast) 62-jährige Friesoytherin ist nämlich Leiterin des Don-Bosco-Kindergartens an der Meeschenstraße. Noch. Denn in wenigen Tagen geht sie in Rente.

Im NWZ-Gespräch blickt sie mehr als zufrieden auf ihr Arbeitsleben zurück. „Erzieherin zu sein, ist ein absoluter Traumberuf. Kinder ein Teil ihres Weges zu begleiten und auch ein stückweit zu formen, ist einfach nur schön“, sagt sie. Ihr sei es immer wichtig gewesen, eine enge Beziehung zu den Kindern und auch zu den Eltern aufzubauen. Ihre Aufgabe sah und sieht sie vor allem darin, Kindern ein Rüstzeug mitzugeben, „damit sie als starke Persönlichkeiten der Welt gewachsen sind“. Dabei macht sie aber auch deutlich, dass ein Kindergarten zwar familienergänzend, aber niemals familienersetzend sei.

Sie selbst hat immer den Bezug zur Basis bewahrt, sagt sie, auch als Leiterin einer Einrichtung dürfe man das nie aus den Augen verlieren. „Ich muss doch wissen, was die Kinder beschäftigt“, sagt Tepe. Das sei nicht immer einfach, da bei der ganzen Büroarbeit nicht viel Zeit für die Mädchen und Jungen bleibe. Doch um einen engen Kontakt zu halten, übernimmt sie schon seit Jahren den Frühdienst von 7 bis 8 Uhr. Und in ihrem „gläsernen“ Büro direkt am Haupteingang ist sie ohnehin immer mitten im Geschehen.

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Beinahe wäre Gabi Tepe übrigens Kinderpflegerin in einem Krankenhaus geworden. Eine entsprechende Ausbildung hatte sie auch schon gemacht. „Ich hatte aber recht schnell festgestellt, dass das nicht zielführend für mich war“, erzählt sie. Also machte sie eine Ausbildung zur Erzieherin. Das Vorpraktikum absolvierte sie in der Heilpädagogischen Bildungsstätte Altenoythe. Es folgten zwei Jahre an der Fachschule für Sozialpädagogik in Oldenburg, 1978/79 das Anerkennungsjahr als Erzieherin im Kindergarten an der Wasserstraße in Friesoythe und eine anschließende Festanstellung in der Einrichtung, die es heute an diesem Standort nicht mehr gibt. Ab 1990 führte sie den Kindergarten Grüner Hof in Friesoythe. Acht Jahre später wurde der neue Kindergarten Don Bosco eröffnet und sie übernahm die Leitung – bis heute. Oder besser bis zum 31. Januar.

Am kommenden Mittwoch wird Gabi Tepe offiziell verabschiedet. Wie es ihrem Naturell und ihrem Wunsch entspricht in einem kleinen Rahmen. Es wird einen Gottesdienst in der Turnhalle des Kindergartens und anschließend ein hausinternes Frühstück geben. Ab dem 1. Februar wird dann Anja Runden die Leitung des Don-Bosco-Kindergartens übernehmen.

Und was macht ein Mensch, der 40 Jahre lang im Kindergarten gearbeitet hat? „Wenn man mit Kindern arbeitet, gewöhnt man sich ab, zu planen“, sagt Tepe. Daher wolle sie zunächst einmal schauen, „wie sich das Rentnerdasein anfühlt“. Vielleicht falle sie zunächst in ein mentales Loch, vielleicht beginne für sie sofort die beste Zeit ihres Lebens. Über eines mache sie sich aber überhaupt keine Gedanken, und zwar Langeweile zu haben. Tepe lacht: „Dieses Wort kenne ich nur aus dem Duden.“

Carsten Bickschlag Redaktionsleitung Cloppenburg/Friesoythe / Redaktion Münsterland
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