Friesoythe Das Ergebnis eines Gutachtens war eindeutig: In der Stadt Friesoythe gibt es im Verhältnis zu den Schülerzahlen zu viele Grundschulen. Nachdem Neuvrees im Sommer geschlossen wurde, sind es noch zehn Schulen in städtischer Trägerschaft. Davon haben vier Einrichtungen weniger als 50 Schüler (Edewechterdamm, Hohefeld, Neuscharrel, Thüle). In Hohefeld kommt hinzu, dass das Schulgebäude stark sanierungsbedürftig ist. Das Gutachten wurde in der vergangenen Woche den Mitgliedern des Schulausschusses vorgestellt. Schließlich ist es Sache der Ratsmitglieder, sich mit der künftigen Struktur der Grundschullandschaft auseinanderzusetzen.

Die NWZ wollte wissen, wie ihre Leser entscheiden würden? Sollte man die kleinen Dorfschulen schließen oder eben nicht? Das Gesamturteil fiel eindeutig für den Erhalt der kleinen Schulen aus. Hier ein paar Diskussionsbeiträge, die die NWZ über Facebook oder E-Mail erreicht haben.

So hat sich zum Beispiel Silke Neumann an der Diskussion beteiligt. Sie arbeitet seit 2004 an der Grundschule Hohefeld und fand zunächst einmal die Fragestellung „ungerecht und voreingenommen“. Denn nur mit dem Blick auf die Zahlen würde „jeder Mensch, der denken kann, antworten: Schließen.“ Vielmehr sollte aber gesehen werden, „was wir täglich an dieser ganz besonders familiären und mit viel Herzblut gestalteten Grundschule mit 36 tollen, sehr sozialen und toleranten Kindern leisten“. Daher sollte unbedingt in die Schule investiert werden. „Gerade weil wir jedes Kind nach individuellen Bedürfnissen fördern und fordern können, weil es in einem besonderen Schutzraum wachsen kann und weil wir alle, die in Hohefeld Teil dieser Gemeinschaft sind, es einfach nicht verdient haben, aufgrund einer sanierungsbedürftigen Hülle abgestempelt zu werden.“

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Die Tochter von Raimund Oltmann geht auf die Grundschule Hohefeld und der Hohefelder schreibt: „Wir sind stolz darauf, da unsere Kinder dort optimal beschult werden.“ Und er fragt sich: „Die Sanierung der Innenstadt kann doch wirklich nicht wichtiger sein, als Investitionen für unsere Schulen.“ Er hofft, dass die Grundschule Hohefeld noch lange erhalten bleibt. Das sieht auch Sylvia Lübke so: „Die Schulen sollten unbedingt erhalten bleiben. Ich habe selbst vor zehn Jahren in Hohefeld gearbeitet und dort optimale Bedingungen erlebt.“

In der Diskussion ging es aber nicht nur um die Grundschule Hohefeld. So schreibt zum Beispiel Marion Ewen: „Sicherlich ist es richtig, dass die Schülerzahlen momentan in den Dörfern niedrig sind. Umgekehrt ist es auch so, dass die Schulen in Friesoythe aus allen Nähten platzen und dass teilweise das Lehrerpersonal auch nicht allem gerecht werden kann. Bevor aber im Stadtgebiet wieder Unsummen an Steuergeldern investiert werden, sollte man doch überlegen, ob die umliegenden Grundschulen nicht genutzt werden können.“ Und Annegret Ewen teilt mit: „Grundsätzlich kann ich verstehen, dass die Stadt Friesoythe nicht an allen Standorten bei den zehn Grundschulen festhalten kann. Auf der anderen Seite finde ich aber auch, dass ein Ort ohne Grundschule an Lebensqualität verliert.“ Aus ihrer Sicht solle man an das Wohl der Kinder denken und nicht unbedacht einfach Grundschulen schließen.

Dies sind nur einige Beiträge, die eingegangen sind. Und auch diese wurden auf Kernaussagen zusammengefasst. Insgesamt wird in den Aussagen deutlich, dass die Entscheidungsträger weniger auf die Zahlen und mehr auf Inhalte und Engagement einer Schule schauen sollten.

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Carsten Bickschlag Redaktionsleitung Cloppenburg/Friesoythe / Redaktion Münsterland
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