Cloppenburg Rund 400 Gäste aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Schule und Gesellschaft – darunter viele ehemalige Schüler – haben am Freitagmorgen den 100. Geburtstag des Clemens-August-Gymnasiums mit einem Festakt gefeiert. Den wohl weitesten Weg hatte der ehemalige CAG-Direktor Heinrich Hachmöller, der nun die Deutsche Schule in Mailand leitet und extra für die Feier aus der norditalienischen Metropole angereist war.

Der Tag begann mit einem ökumenischen Gottesdienst, den der evangelische Schulpfarrer Frank Willenberg und Weihbischof Heinrich Timmer­evers zelebrierten. Die musikalische Gestaltung des Festaktes übernahmen das schuleigene Barockensemble und die Musical AG.

Der Namenspatron Clemens August und dessen Eintreten gegen den Nationalsozialismus seien immer noch Vorbild für die Schule, so Willenberg. Das Haus sei vor 100 Jahren auf guten Grund gebaut und sein geistiges Fundament vom Katholizismus geprägt worden. Dieses Fundament sei bis heute nicht brüchig geworden, aber es habe sich verändert. Er freue sich, dass zum Jubiläum ein ökumenischer Gottesdienst gefeiert werde. So etwas habe es zu seiner Schulzeit in den 70ern nicht gegeben.

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Ein Bekenntnis zur Schulgeschichte und den Werten von Clemens August legte auch Schulleiterin Annette Ovelgönne-Jansen ab. Das mächtige Gebäude flöße vielen von außen Respekt ein, innen aber sei es sehr modern aufgestellt. Sie freue sich zum Beispiel sehr darüber, dass das CAG den Titel der Europaschule führe und lobte das große Engagement der Lehrkräfte, Schüler und Eltern.

Ausdrücklich bedankte sie sich bei Landrat Hans Eveslage, der hier 1966 sein Abitur abgelegt hatte. Der Landkreis als Schulträger habe das CAG immer wohlwollend unterstützt. „Das wird der Kreistag auch in Zukunft so handhaben“, versicherte Eveslage.

Auf Schulerinnerungen ging Weihbischof Timmer­evers ein, der hier 1972 Abitur gemacht hatte. Es sei eine große Freude für ihn, einige Lehrer wiederzusehen. Sein Abiturjahrgang habe damals als erster wieder eine Abiturfeier gehabt. In den Jahren davor hätten die Schüler ihre Zeugnisse per Post bekommen. Die Feier sei allerdings klein gewesen und hätte nichts mit heutigen Abiturfeiern zu tun. Einen flammenden Appell richtete Timmerevers an die Politik. „Bildung, Ausbildung und Reife benötigen Zeit und Geduld.“ Doch wie könne sich Schule kontinuierlich entwickeln, „wenn abhängig von Wahlperioden alle vier Jahre neue bildungspolitische Modelle zu neuen Meilensteinen erklärt werden“. Schulpolitik gehöre von der Länder- auf die Bundesebene, um so ein einheitliches System schaffen.

Sichtlich nervös begann Dr. Herbert Grieshop, Direktor des Zentrums für internationale Beziehungen an der Freien Universität Berlin, seine Festrede. Auftritte und Reden von Politikern und internationalen Gästen seien sein täglich Brot, doch hier, in seiner alten Schule vor ehemaligen Lehrern, Mitschülern und seiner Familie zu reden, sei eine Anspannung wie beim mündlichen Abitur 1982.

Er habe erstmals mit 28 Jahren in einem Flugzeug gesessen, als er am Ende seines Studiums ein Stipendium für die USA bekommen hatte. Die Erfahrungen, die er damals in Kalifornien gemacht habe, seien für ihn prägend gewesen. Während seiner Schulzeit habe es am CAG keine internationalen Kontakte gegeben. „Auch wenn Cloppenburg nicht der Nabel der Welt ist, so stellt sich doch die Schule sehr gut in die Mitte eines internationalen sozialen Netzwerkes.“ Er beneide ein wenig die heutigen Schüler um deren Möglichkeiten.


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