Cloppenburg „Abikalypse – dem Sog des Abgrunds“ haben sich nun erfolgreich 61 Schülerinnen und 52 Schüler des Clemens-August-Gymnasiums erfolgreich widersetzt und am Freitag in der Münsterlandhalle ihr Abiturzeugnis in Empfang genommen. Und das Motto des diesjährigen Abiturjahrgangs zog sich auch durch die Verabschiedung – denn mit diesem Jahrgang ist nun auch das Abitur nach dem Modell G 8 Geschichte, wie Schulleiterin Annette Ovelgönne-Jansen in ihrem Begrüßungswort erläuterte.

Der Jahrgang 2019 legte sein Abitur am CAG mit einer Durchschnittsnote von 2,62 ab. Drei Nachprüfungen hatte es gegeben – alle waren erfolgreich. „Eine davon sogar in drei Fächern – Respekt“, sagte Ovelgönne-Jansen unter dem Applaus der Schüler, Lehrer, Eltern, Freunde und Verwandten. Respekt zollte sie auch Cedric Rickwärtz, der als Jahrgangsbester das Abitur mit einer Note von 1,0 ablegte. Und als Anerkennung zwei Medaillen jeweils von Kreisrat Neidhard Varnhorn – der ebenfalls ein Grußwort sprach und die Glückwünsche des Landkreises überbrachte – und von Tobias Vaske von der OLB erhielt. Ein Sozialpreis ging an Markus Sommer.

Einen Rückblick auf die gemeinsame Schulzeit gaben die Jahrgangssprecher Nicole Siemens, René Elbracht und Alexander Nürnberg in ihrer launigen Rede, in der sie ihre Schultasche packten. Hinein wanderten unter anderem ein Taschenrechner (René: „Ohne den ’solve’-Befehl (zum Lösen von Gleichungen, Anm. d. Red.) wäre ich verloren gewesen), Stifte („Natürlich, beim Kunstprofil“), die Klassenfahrten, der Wechsel von G 8 auf G 9 oder die „wundervolle Facharbeit. Erinnert ihr euch noch an die tollen Nächte kurz vor der Abgabe?“, fragte Nicole Siemens. „Prinzipiell erledigt unser Jahrgang gerne alles auf den letzten Drücker“, fügte Alexander Nürnberg unter dem zustimmenden Gelächter der Schüler hinzu.

An schwere Wochen vor den Prüfungen erinnerte Elternvertreterin Rita Krause, deren Tochter zu den Abiturienten gehörte. Sie habe ein Nervenbündel zuhause gehabt, das nur noch Formeln aufsagte und Geschichtsdaten herunterbetete. Nun sei diese „Krisenzeit“ vorbei, sie wünschte den Abiturienten, dass sie ihren Weg finden.

Dem schloss sich Schulleiterin Ovelgönne-Jansen an. Sie appellierte an ihre Schüler, höflich gegenüber Mitmenschen zu sein und machte auf eine Enthemmung der Gesellschaft in Form von gesteigerter Gewalt und Aggressivität aufmerksam. Vor allem das Internet sei eine Plattform, um hemmungslos zu beleidigen. „Es ist mir ein Anliegen, euch zu bestärken, dieser Entwicklung entgegenzutreten.“

Wer höflich sei, dem werde die Welt mit Freundlichkeit begegnen, so die Schulleiterin. „Empathie ist ein Schutz vor Enthemmung und Verrohung“, so Ovelgönne-Jansen. Sie beendete ihre Rede mit einem Auszug aus der Rede von Bundeskanzlerin Angela Merkel zum Gedenken an die Opfer des NSU. „Gleichgültigkeit und Unachtsamkeit stehen oft am Anfang eines Prozesses der schleichenden Verrohung des Geistes. Aus Worten können Taten werden.“

Mareike Wübben Cloppenburg / Redaktion Münsterland
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.