Cloppenburg Dass sich die Cloppenburger jedem Antisemitismus und jeder Diskriminierung entgegenstellen – diese Aufforderung soll bei der Gedenkveranstaltung für die Opfer der Judenverfolgung in Cloppenburg am Freitag, 8. November, transportiert werden. Zu der jährlichen Veranstaltung anlässlich der Novemberpogrome laden in diesem Jahr die Berufsbildenden Schulen am Museumsdorf und die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit ein.

Nach dem Schweigegang, der an der Evangelischen Kirche an der Ritterstraße um 17 Uhr beginnt und der an der ehemaligen Synagoge – ebenfalls an der Ritterstraße – endet, wird ein Mahnleuchter von den Schülern der Berufsbildenden Schulen am Museumsdorf an Vertreter der BBS Technik übergeben, die im kommenden Jahr die Gedenkveranstaltung inhaltlich gestalten. Der Leuchter soll zum Widerstand gegen jegliche Form von Rassismus und politischem Extremismus auffordern.

Ansprachen sind von Cloppenburgs stellvertretendem Bürgermeister Hermann Schröer (CDU) und von Karl Sieverding (Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit) geplant. Anschließend sind alle zu einem kleinen Imbiss im Martin-Luther-Saal der evangelischen Kirchengemeinde eingeladen.

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In diesem Jahr sollen vor allem der jüdische Maler Felix Nussbaum und seine Partnerin Felka Platek in den Fokus genommen werden. Er wurde 1904 in Osnabrück geboren und erhielt 1932 ein Stipendium für die Villa Massimo in Rom. Dieses verlor er im Mai 1933 nach einer Auseinandersetzung mit einem Künstlerkollegen. Er verließ mit seiner Lebensgefährtin die Villa Massimo und wollte vor den Nazis fliehen – die Flucht gelang nicht. Das Paar wurde 1944 im Vernichtungslager Auschwitz ermordet.

Bei der Gedenkfeier soll der Lebensweg des jüdischen Malerpaares in einer szenischen Lesung nachempfunden werden. Dabei soll die Odyssee der Flucht deutlich werden. Ebenso sollen die Ängste, Hoffnungen und Existenzsorgen gezeigt werden, die stellvertretend für die Ausgrenzung der Juden, die systematisch von den Nationalsozialisten gehetzt und ermordet wurden, stehen. „Und wir lassen seine Bilder, die seine und Felkas Lebenssituation widerspiegeln, nicht sterben, sonder im Rahmen der Lesung aufleben“, schreibt Günter Lübke, Leiter der BBS am Museumsdorf. Die Gedenkfeier haben u.a. Schulpfarrer Frank Willenberg, Schulseelsorger Manfred Quatmann, Oberstudienrätin Meike Hobbensiefken, Studienrätin Jana Giese und Schüler der BBS am Museumsdorf mitgestaltet. Musikalisch begleitet wird die Gedenkfeier von der Feuerwehrkapelle und Felix Pollex an der Gitarre.

Mareike Wübben Cloppenburg / Redaktion Münsterland
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