Cloppenburg „Zwei bezahlen – einen verschenken“, das ist das Motto des neuen sozialen Projekts „Kaffee für Zwei“, das am Sonntag, 15. Dezember, beim ersten Adventsmarkt der Kirchengemeinde St. Andreas in Cloppenburg startet. Freiwillig zwei Kaffees bezahlen, einen davon selbst trinken und den zweiten spenden – so funktioniert das Prinzip von „Kaffee für Zwei“. Ins Leben gerufen haben es Simone Elschen von der Gemeinde-Caritas sowie Marietta Preuth, Helga Menke und Luzia Hogeback. Unterstützt werden sie von der katholischen Kirchengemeinde St. Andreas und Pfarrer Bernd Strickmann, der „Guten Idee“ (Bischöflich Münstersches Offizialat Vechta) und dem Fachdienst der Gemeindecaritas des Caritas-Sozialwerks.

Die Idee hinter dem Projekt ist nicht komplett neu. Ursprünglich stammt sie aus Italien. Auch hier können Freiwillige in ausgewählten Cafés zwei Kaffee bezahlen und einen davon an eine unbekannte Person spenden. In einigen Städten in Deutschland hat sich das Projekt ebenfalls etabliert. Und jetzt startet es – in einer etwas abgewandelten Form – auch in Cloppenburg.

„An drei Vorverkaufsstellen können Menschen, die gerne einen Kaffee verschenken wollen, für fünf Euro zwei Bons für jeweils eine Tasse Kaffee kaufen“, sagt Marietta Preuth. Vorverkaufsstellen sind im Forum St. Andreas, Sevelter Straße 4, in der Katholischen Öffentlichen Bücherei, Löninger Straße 12, und im Cine-Center, Osterstraße 38. Einen der Bons behält der Spender, der zweite Bon für den Beschenkten können sich Bedürftige oder Menschen, die sich einfach mal zu einem Kaffee einladen lassen wollen, an einer der zwei Ausgabestellen in Cloppenburg – ebenfalls im Forum St. Andreas und in der Bücherei – abholen. Eingelöst werden können die Bons erstmal nur in den Filialen der Bäckerei Frerker. „Wir hoffen aber, dass wir bald noch mehr Cafés als Kooperationspartner gewinnen können“, sagt Preuth.

Durch das Projekt „Kaffee für Zwei“ den gesellschaftliche Zusammenhalt vor Ort stärken und Menschen aus der Einsamkeit holen – das ist das erklärte Ziel der vier Frauen. Besonders den drei ehemaligen Soziallotsinnen Preuth, Menke und Hogeback juckte es in den Fingern. Unbedingt wollten sie sich, auch nachdem die Soziallotsen aufgelöst wurden, ehrenamtlich engagieren. Deshalb überlegten sie, was die Stadt Cloppenburg braucht. „Wir haben einen Workshop veranstaltet und uns ein wenig in ,Walt-Disney-Manier’ erträumt, was wir uns hier wünschen“, sagt Preuth. Dies setzen sie nun in die Tat um.

„Wir wollen zeigen, dass man auch im Kleinen ein Zeichen für mehr gesellschaftlichen Zusammenhalt setzen kann und das Taten größer sind als Worte“, sagt Elschen. „Denn die Zahl derer, die sich einen Café-Besuch nicht leisten und darüber hinaus nicht am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können, steigt.“

Svenja Gabriel-Jürgens Volontärin, 2. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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