Cloppenburg Das Clemens-August-Gymnasium (CAG) Cloppenburg hat in diesem Jahr zusammen mit der Christlich-Jüdischen Gesellschaft im Oldenburger Münsterland die feierliche Übergabe des Leuchters zum Gedenken an die Pogromnacht gestaltet. Mehr als 150 Besucher nahmen an der Feier teil. In der voll besetzten evangelischen Kirche wurde dabei besonders der jüdischen Familie Julius Frank gedacht.

In der Gedenkfeier wurde bewusst auf die Schicksale der Familie hingewiesen, und die Besucher wurden aufgerüttelt, sich für ein tolerantes und friedliches Miteinander einzusetzen. Mit Musik und Gebeten gedachten die Schüler des CAG unter Teilnahme des evangelischen Schulpfarrers Frank Willenborg und des katholischen Schulseelsorgers Manfred Quatmann der Abläufe der Reichskristallnacht in Cloppenburg. Anschließend führte ein Schweigemarsch zum Gedenkstein der ehemaligen Synagoge an der Ritterstraße.

Karl Sieverding erinnerte dort im Namen der Christlich-Jüdischen Gesellschaft an bekannte Juden aus Deutschland. So bezeichnete er den Holocaust nicht allein als eine Schuldgeschichte, sie sei zugleich eine Verlustgeschichte. Besonders sprach Sieverding das Leben von Erich Heyersberg an. „Der Hinweis auf einen solchen Verlust kann vielleicht dazu beitragen, sensibel zu werden für Fehler, Verfehlungen oder Vergehen, die oft ungesagt oder unaufgearbeitet bleiben“, so Sieverding am Ende seiner Rede, in der er im Übrigen den CAG-Schülern für die würdevolle Leuchterübergabe besonders dankte.

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Der stellvertretende Bürgermeister Hermann Schröer ging auf das Geschehen vor 80 Jahren in Cloppenburg ein. Hier wurde die Synagoge in Brand gelegt. Seit 1983 erinnert ein Gedenkstein an die Zerstörung des jüdischen Gotteshauses. „Der 9. November 1938 gehört zu den dunkelsten Kapiteln der deutschen Geschichte“, das manche gern verdrängen würden. „Einige bezeichnen diese Zeit als ein Vogelschiss in der Geschichte unseres Landes“, sagte Hermann Schröer.

Im Durchschnitt gebe es jährlich bis zu 1200 Straftaten mit antisemitischem Hintergrund. „Wir dürfen nicht aufhören, unsere Werte offensiv zu proklamieren und zu verteidigen“, betone der Redner weiter. Seit Langem arbeiten die Schulen und die Kirchen gemeinsam daran.

In diesem Jahr übernahm die BBS am Museumsdorf den Leuchter vom CAG. „Dass dieses Miteinander in unserer Stadt möglich geworden ist, das darf nie wieder in Frage gestellt werden“, sagte Hermann Schröer.

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