Cloppenburg Der Antrag des Vereins „Freie Christliche Bekenntnisschule Cloppenburg“ auf den Betrieb einer Grundschule liegt nach wie vor ungeprüft bei der Landesschulbehörde. Der Verein habe einige wichtige Bestandteile, die für die Erteilung einer Betriebsgenehmigung unerlässlich seien, nach wie vor noch nicht eingereicht, erklärte die Pressesprecherin der Landesschulbehörde, Bianca Schöneich, am Montag auf NWZ-Nachfrage.

Einer dieser unverzichtbaren Bestandteile ist die Präsentation eines geeigneten Schulgebäudes. Deshalb hat der Trägerverein am Samstag eine Zeitungsannonce veröffentlichen lassen, mit der ein Gebäude gesucht wird. Die Verantwortlichen stellen sich einerseits eine Anmietung vor, wollen andererseits aber auch kaufen. Und auch der Erwerb eines Grundstücks sei für den Bau der Schule denkbar.

Wie berichtet, hatte die Cloppenburger Politik dem Verein nach monatelanger Diskussion die Zurverfügungstellung von städtischen Räumen für die geplante Pfingstlerschule in unmittelbarer Nähe zu den städtischen Grundschulen verweigert. Kritiker befürchten, dass neben der religiösen Schöpfungsgeschichte die wissenschaftliche Evolutionstheorie unter den Tisch fallen könnte. Zudem gibt es breite Skepsis, ob auch der Sport- und Sexualkundeunterricht sowie Veranstaltungen wie Karneval an der neuen Schule auf Basis des Schulgesetzes auch tatsächlich über die Bühne gehen.

Die Stadtratsfraktionen von SPD, Grünen sowie UWG/FDP sprachen sich seinerzeit vehement gegen die Schaffung einer weiteren Bekenntnisschule in Cloppenburg aus – in einem säkularen Gemeinwesen sei es falsch, weitere Schulen dieser Art zu genehmigen, so Grünen-Fraktionschef Michael Jäger. Dagegen standen die CDU sowie IBC/Zentrum dem Antrag positiv gegenüber.

Ratsmitglied Heinrich Dickerhoff (CDU) ätzte, dass er die Grünen für eine bunte Bewegung gehalten habe. Und nun verlangten die Cloppenburger Grünen in Sachen Schule ein Staatsmonopol – deren Fraktionschef Jäger hatte sich sogar für die Abschaffung aller konfessionellen Schulen ausgesprochen.

Gegen eine Pfingstlerschule in Cloppenburg wehrten sich auch der Cloppenburger Stadtelternrat und Molbergens CDU mit Bürgermeister Ludger Möller an der Spitze. Die Molberger Aussiedler erlebten darauf hin, dass sich „ihre“ Interessenvertreter Waldemar Boxhorn und Nadja Kurz von der CDU abwandten und nun für das Zentrum im Gemeinderat sitzen.

Carsten Mensing Cloppenburg / Redaktion Münsterland
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