Cloppenburg /Leipzig Manche Spiele sind einfach – und zwar einfach schwer einzuordnen: Sollen sie sich nun über einen Punkt freuen oder über zwei verlorene Zähler ärgern? Sollen sie glücklich sein, weil sie in Unterzahl kurz vor Schluss den Ausgleich erzielen konnten, oder traurig, weil sie viele Chancen vergeben haben? Die Zweitliga-Fußballerinnen des BV Cloppenburg sowie die Trainer Tanja Schulte und Luc Diamesso wussten am Sonntag nicht so recht, wie sie das 1:1 beim FFV Leipzig bewerten sollten. „Immerhin haben wir Leipzig auf Distanz gehalten“, sagte Schulte. „Aber wir hatten selten so viele Chancen in einem Spiel.“

So konnte sich auf Leipziger Seite vor allem die Torhüterin auszeichnen. Griseldis Meißner lenkte zum Beispiel zwei Fernschüsse Tanja Baumanns über die Latte und behinderte Agnieszka Winczo so, dass die zwar an der Schlussfrau vorbeikam, aber dann nur den Außenpfosten traf. „Das 0:0 zur Pause war für Leipzig schmeichelhaft“, meinte Schulte.

Schließlich hatten Stürmerin Nadine Luker und die versetzt hinter ihr spielende Winczo immer wieder für Gefahr gesorgt und die Cloppenburger Abwehr kaum etwas zugelassen. „Aga hat mir heute sehr gefallen“, lobte Schulte die laufstarke Polin.

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So gar nicht gefiel Schulte allerdings, was sie in der ersten Hälfte der zweiten Halbzeit sah: In der 57. Minute konnten sich die Leipzigerinnen über rechts durchsetzen und in den Strafraum eindringen, so dass Safi Nyembo nur noch einzuschieben brauchte. „Das war eine der ersten Leipziger Chancen“, ärgerte sich Schulte.

Dann sah auch noch Tanja Thormählen Rot, weil sie rot gesehen hatte. Eine unbeherrschte Reaktion der Mittelfeldspielerin auf ein taktisches Foul brachte ihr einen Feldverweis ein (67.). Nachdem sie festgehalten worden war, hatte sich die 28-Jährige umgedreht, ihre Gegenspielerin weggeschubst und sie dabei auch noch im Gesicht erwischt. „Die rote Karte war völlig unnötig, aber auch vollkommen berechtigt“, sagte Schulte, die dem Schiedsrichtergespann um Annette Hanf (Stein/Bayern) eine sehr gute Leistung attestierte.

Ein gutes Zeugnis musste die 39-Jährige zu ihrem Leidwesen auch der Leipziger Torhüterin, die im November 2010 in einem Punktspiel für Aufregung gesorgt hatte, indem sie als Ersatzspielerin aufs Feld gelaufen war und ein Tor verhindert hatte, ausstellen. Den Ausgleich der Cloppenburgerinnen, die auch in Unterzahl zu Chancen kamen, verhinderte Meißner mehrfach regelkonform.

Leichtfüßig in Leipzig präsentierte sich kurz vor Ende dann aber die eingewechselte Velislava Dimitrova. Sie konnte von der FFV-Abwehr im Strafraum nur durch ein Foul gestoppt werden. Die wieder mit Maske aufgelaufene Eve Chandraratne übernahm Verantwortung und verwandelte den fälligen Elfmeter – allerdings war Meißner dran (87.).

So schwer das Spiel auch im Nachhinein einzuordnen ist, so leicht fiel es Schulte, die Einwechslung in der 77. Minute zu bewerten. „Toll, dass Katarina Kolar wieder spielen kann. Sie hat gleich zwei, drei gute Szenen gehabt“, sagte die BVC-Trainerin über die kroatische Stürmerin, die nach monatelanger Verletzungspause für Lena Funke in die Partie gekommen war. In einer Woche im Heimspiel gegen Werder Bremen (Sonntag, 14 Uhr) darf sie wohl wieder ihr Können zeigen. Sollte der BVC dem Titelanwärter ebenfalls einen Punkt abtrotzen, wird wohl niemand lange überlegen müssen, ob das ein Grund zur Freude ist  . . .

BVC: Crone - Stobba, Funke (77. Kolar), Brüggemann, Johanning - Baumann, Chandraratne, Thormählen Löwenberg, Winczo - Luker (72. Dimitrova).

Steffen Szepanski Lokalsport / Redaktion Münsterland
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