Bösel /Petersdorf Seit eine Studie 2016 herausstellte, dass Viertklässler immer schlechter in Rechtschreibung werden, ist eine Diskussion um die Lehrmethode „Schreiben nach Gehör“ entfacht. Dabei sollen Kinder die Laute eines Wortes heraussuchen, die sie meinen, zum Schreiben zu brauchen. Kritisiert wird, dass sich so das falsche Wort einprägt. Wie wird an den Grundschulen in Bösel und Petersdorf Rechtschreibung gelehrt?

Die St.-Martin-Schule in Bösel setzt auf die Fibel: „Fu und Fara“ – die schon Generationen von Schülern das Schreiben beigebracht haben. „Damit machen wir gute Erfahrungen“, sagt Schulleiterin Rita Schorling. Die Fibel ist jüngst in einer überarbeiteten neuen Auflage erschienen. – An Diskussionen darüber, die Schüler nach Gehör schreiben zu lassen, kann sich Schorling nicht erinnern.

Die Schule setzt auf eine Mischung aus offenen und geschlossenen Formen der Wissensvermittlung in Sachen Schreibenlernen. In der geschlossenen Form, die eher den schwächeren Schülern zugute kommt, legt der Lehrer strikt fest, welcher Buchstabe erlernt wird und alle Schüler halten sich daran, während in der offenen Variante den Schülern mehr Verantwortung beim (selbstständigen) Lernen abverlangt wird.

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„Ich bin davon überzeugt, dass die Vereinfachte Ausgangsschrift eine gute Idee ist“, sagt Schorling. Generell hält sie nicht viel davon, Kinder zum „Spielball“ zu machen, in dem an ihnen neue Unterrichtsformen ausprobiert werden.

„Nichts prägt sich schneller ein, als ein falsches Wort“, weiß aus Erfahrung Johanna Albers, Schulleiterin der Grundschule in Petersdorf. Deshalb werde der Grundwortschatz, der für die Grundschulkinder vorgesehen ist, geübt. „Und zwar richtig“, betont sie. Das schließe nicht aus, dass Kinder beim freien Schreiben zusätzlich einen Wortschatz benutzen, den sie noch nicht kennen. Schließlich sollen sie lernen, ihre Gedanken aufzuschreiben. Dabei schreiben sie unbekannte Wörter nach Gehör. „Braouner Hund“ statt „brauner Hund“ zum Beispiel. Das sei ganz normal.

An der Grundschule in Petersdorf korrigieren die Lehrer diese Wörter in den Texten der Kinder grundsätzlich. Manchmal werden die Geschichten auch noch einmal in ein extra Geschichtenheft übertragen – in der korrigierten Version. Nach Albers gibt es kein Schwarz oder Weiß: „Am Anfang schreibt man Baum einfach mit O. Irgendwann weiß man es. Das hat etwas mit Lernen, Erfahren und Austausch zu tun.“ Trotzdem setzt sie nicht gleich den Rotstift an, wenn ein Kind ein Bild von einer Eule malt und „Oile“ daneben schreibt. Es komme auf die Situation an. Aber sie ist überzeugt: „Die Kinder haben auch Freude daran, etwas richtig zu machen und dazuzulernen.“

Nina Janssen Volontärin, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
Reiner Kramer stv. Redaktionsleitung Cloppenburg/Friesoythe / Redaktion Münsterland
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