Kairo An diesem Mittwoch startet die 27. Hallenhandball-Weltmeisterschaft, erstmals mit 32 Nationen, aufgeteilt zunächst in acht Vierergruppen. Reichlich Diskussionen unter dem Eindruck der Corona-Pandemie gab es im Vorfeld, als bis kurz vor Beginn, vor allem auf Druck der Spieler, doch auf Zuschauer verzichtet wurde. Diese Entscheidung findet auch den Beifall der heimischen Trainer Barna-Zsolt Akacsos (TV Cloppenburg), David Tabeling (SV Höltinghausen) und Stefan Stratmann (HSG Friesoythe), die unsere Redaktion befragt hat.

Der WM-Spielplan

Die DHB-Auswahl beginnt in Gruppe A am Freitag, 15. Januar, um 18 Uhr gegen Uruguay. Es folgt am Sonntag, 17. Januar, um 18 Uhr das Spiel gegen die Kapverdischen Inseln. Am Dienstag, 19. Januar, um 20.30 Uhr wird gegen Ungarn die Vorrundengruppe abgeschlossen. Die Hauptrunden beginnen am Donnerstag, 21. Januar. Das Viertelfinale startet am Mittwoch, den 27. Januar. Das Halbfinale ist für Freitag, 29. Januar, vorgesehen. Das Finale steigt am Sonntag, 31. Januar. ARD und ZDF übertragen die Spiele der DHB-Auswahl.

Was erwarten Sie von der WM in Ägypten?

„ich freue mich auf diese WM. Sie wird sicher spannend sein, denn es könnte durchaus einige Überraschungen geben. Wegen der Pandemie dürften einige Teams doch wie Wundertüten daherkommen“, sagt Tabeling, der eine Verlegung auf das Jahr 2022 besser gefunden hätte. Für so einen Event sei jetzt eine schlechte Zeit obendrein fehle die Begeisterung, sprich die Zuschauer.

Für Stratmann ist es eine fragwürdige WM, mit der er sich bislang wenig beschäftigt habe. „Durch den bisherigen Saisonausfall bei uns, hat man dann schon eher andere Sorgen und Interessen. Allerdings werde ich mir die Spiele anschauen, da sie ja frei empfangbar sind“, so Stratmann.

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Was erwarten Sie vom DHB-Team?

„Die Mannschaft hat viel Qualität, auch wenn ein paar Routiniers fehlen. Die könnten aber durch großartige Talente wie Antonio Metzner, Juri Knorr oder Sebastian Firnhaber, wie ich denke, gut ersetzt werden“, sagt Akacsos. Er weist vor allem darauf hin, dass der DHB mit Alfred Gislason einen exzellenten Coach besitze. Außerdem sei mit Andreas Wolff, Johannes Bitter und Silvio Heinevetter ein herausragendes Torhüter-Trio vorhanden.

Tabeling freut sich sogar ein wenig über die Absagen einiger Spieler. „Nun hat Gislason die Chance, ohne Druck junge Spieler international zu fordern und zu fördern, die jetzt die mediale Bühne nutzen und sich präsentieren können. Vor allem freue ich mich als Anhänger des Bundesligisten Hannover-Burgdorf auf den Auftritt des Rechtsaußen Timo Kastening, der bei TSV bis 2020 spielte, ehe er zum MT Melsungen gewechselt ist.“

Im oberen Bereich siedelt Stratmann des DHB-Team zwar an, sieht in ihm aber keinen Titelfavoriten. Hier erwartet er ganz oben eher Frankreich oder das Team aus Dänemark, das Tabeling als Geheimfavorit neben Norwegen einstuft.

Probleme in der DHB-Auswahl rechnen die Trainer eher im Zusammenspiel, denn außer den EM-Qualifikationsspielen zuletzt gegen Österreich hatte die ziemlich neu zusammengestellte Mannschaft keine Möglichkeiten sich einzuspielen. Aber Akacsos sieht daher den Terminplan als gut und wichtig an. „Mit Uruguay und den Kapverdischen Inseln gibt es zunächst schwache Gegner, gegen die sich das Team einspielen kann, ehe Ungarn eine echte Herausforderung wird. Und da eine DHB-Auswahl eine Turniermannschaft ist, sollte sie für die anstehende Hauptrunde dann bestens in Schwung sein.“

Was halten sie von den Absagen einiger DHB-Stammspieler?

„Die Skepsis bei einigen Spielern und damit deren Absage an die WM sind nachvollziehbar, vor allem mit Rücksicht auf ihre Familien“, sagt Stratmann. Auch Tabeling hat Verständnis, hält die Begründungen für nachvollziehbar. „Allerdings sollten die Spieler dann auch ehrlich sein und die hohen Belastungen durch die Pandemie, die vielen Spiele in der Bundesliga und die internationalen Wettbewerbe mit anführen. Außerdem sind die Spieler ja zunächst einmal ihren Arbeitgebern, den Vereinen verpflichtet“, sagt Tabeling, der dann auch wieder seine Meinung unterstreicht, die WM sein angesichts der Corona-Pandemie einfach zeitlich deplatziert.

Für Akacsos ist die Absage einiger Stammspieler durchaus verständlich. „Bei so einer WM mit erstmals 32 Mannschaften und späterem Standortwechsel bleibt ein Risiko trotz Hygienekonzepte durchaus vorhanden.

Jürgen Schultjan Lokalsport / Redaktion Münsterland
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