Gehlenberg Zu Beginn der 1970er Jahre machten sich in Gehlenberg, wohl als Folge einer allgemeinen Unruhe in der Jugend, einige Jugendliche selbstständig. Sie wollten ihre Freizeitsituation in Gaststätten, Fahrten per Anhalter zu entfernten Diskotheken und das fehlende Jugendheim nicht länger hinnehmen. Sie gründeten den „Club 1857“.

Der Clubname wurde von einem Kreuz aus Eisen abgeleitet, das die Jahreszahl „1857“ trug und bei Aufräumarbeiten auf dem Dachboden des Clubs gefunden wurde. Der Ursprung des Kreuzes ist nicht bekannt. Inzwischen ist es verschollen. Allerdings bekam jedes Clubmitglied zur Hochzeit ein Duplikat geschenkt, solange der Club existierte.

Dorfjubiläum

Dorfjubiläum: Vom 7. bis 9. Juni 2013 feiert Gehlenberg sein 225-jähriges Bestehen. Die Nordwest-Zeitung stellt in einer Serie verschiedene Aspekte der Gehlenberger Dorfgeschichte vor. Lesen Sie heute Auszüge aus einem ausführlichen Bericht über die Geschichte des Gehlenberger Jugendclubs „1857“. Autoren sind Willi Berssen und Hans Meyer, die gemeinsam ein umfangreiches Werk über den Jugendclub für die neue Dorfchronik geschrieben haben. Beide haben die Geschichte des Clubs über viele Jahre begleitet und gehörten im Jahr 1971 zu den Mitgründern des Jugendclubs, der 1984 geschlossen wurde.

Gefeiert wird das Dorfjubiläum in Gehlenberg auf dem Festgelände rund um die Mühle. Zum Auftakt findet am Freitag, 7. Juni, ab 19 Uhr ein Festakt in der Festhalle statt. Dazu sind alle Bürger sowie „Butendörper“ eingeladen. Für den musikalischen Rahmen sorgen der Musikverein, der Singekreis sowie der Männergesangverein. Am Sonntag, 9. Juni, wird die Feier mit dem plattdeutschen Hochamt, der Ausstellung über die Ortsgeschichte und Aufführungen in der Festhalle fortgesetzt.

Zu den 16 Gründungsmitgliedern zählten Josef Meemken, Hermann Meemken, Heinz Meemken, Hans Hüntelmann, Willi Hüntelmann, Hermann Hüntelmann, Hans Meyer, Willi Berssen, Hermann Stevens, Bernd Nanzik, Hans Esters, Hermann Rolfes, Heinz Kleemann, Bernd Block, Hans Luker, Josef Südkamp.

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Man mietete das alte Flüchtlingshaus an der Kirchstraße, das seit Jahren leer stand und mehr und mehr verfiel. Am 17. Juni 1971 begannen die Jugendlichen das alte Haus zu renovieren. Fußboden, Decke und zwei Innenwände wurden herausgerissen. Eine Toilette musste angebaut und eine 300 Meter lange Wasserleitung verlegt werden. Trotz des täglichen Einsatzes vieler Mitglieder dauerte der Innenausbau über zwei Monate. Das Gebäude wurde dann noch gestrichen, ein Zaun errichtet, Rasen eingesät und einige Bäume gepflanzt, bevor am 21. August 1971 die Eröffnungsfete steigen konnte. Man traf sich fast täglich zu Gesprächen, um Musik zu hören und die vielen anfallenden Arbeiten zu erledigen. So musste nach einem Jahr das ganze Dach erneuert werden.

Um den „Spitzeln“ des Bauamtes zu entgehen, begann man an einem Sonnabend im Morgengrauen mit der Arbeit. Zum Frühstück war Richtfest und am Abend war das neue Dach fertig.

Der Club beschränkte sich nicht nur auf das Organisieren von Jugendtänzen und Feten, sondern engagierte sich auch auf sozialem Gebiet. So baute man beispielsweise den ersten Spielplatz beim Kindergarten. Dennoch war das Ansehen des Clubs in der Öffentlichkeit leider nicht sehr gut. Einige Eltern verboten ihren Kindern den Besuch der angeblichen „Haschhöhle“. Pfarrer Littfin zog auf Druck der Öffentlichkeit seine Zusage auf finanzielle Unterstützung wieder zurück.

Allerdings fanden die Jugendlichen bei einigen Eltern und bei Wilhelm Schute Sen. tatkräftige Unterstützung. So war es möglich, dass sich der Club über lange Zeit als einziges „selbst verwaltetes Jugendzentrum“ im Landkreis Cloppenburg halten konnte. Der Club wurde Anlaufpunkt vieler Jugendlicher aus der gesamten Umgebung.

Mehrere „Generationen“ von Jugendlichen durchliefen den Club. Umbauten und Veränderungen der Inneneinrichtung waren an der Tagesordnung. So wurde der Club baulich erweitert, um ausreichend Platz für die Besucher zu schaffen. Nachdem Josef Meemken, der das Haus gepachtet hatte, 1978 tödlich verunglückte, übernahm Hans Meyer den Pachtvertrag.

Traditionsgemäß feierte der Club jeweils am 17. Juni seinen „Geburtstag“ mit einer großen Fete. Auch waren die Silvesterfeiern stets Anziehungspunkt für viele Jugendliche. Auch an normalen Wochentagen war der Club Treffpunkt.

1984 kam das Ende. Nach dem Ausbau des Kanalnetzes in Gehlenberg sollte auch das Clubhaus angeschlossen werden. Das bedingte die Beitragspflicht für das Grundstück. Um dem zu entgehen, entschloss sich der Besitzer, das Gebäude abzureißen.

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