Cloppenburg Es ist Freitagabend, der 22. Juni, an der Strandpromenade von Sotschi. Die fünf Elstener Simon Düker, Christian Willenbrink, Bernd Lübbehüsen, Michel Otten und Andreas Wilken, die zur Fußball-Weltmeisterschaft gefahren sind (NWZ berichtete), nutzen den Abend vor dem richtungweisenden Gruppenspiel der Deutschen Nationalmannschaft gegen Schweden zu einem Spaziergang, als sie einem Mann begegnen, den sie sonst nur aus Funk und Fernsehen kennen. Es ist der Altkanzler Gerhard Schröder, der selbst ein bekennender Fußball-Fan ist. „Als wir ihn trafen, wollte er gerade in ein Restaurant gehen“, berichtet Lübbehüsen.

Die Fans und Schröder kommen schnell ins Gespräch. Schröder sei sehr nett gewesen, so Lübbehüsen. Als er von den Jungs gefragt wird, ob sie mit ihm ein Erinnerungsfoto machen können, sagt er sofort zu. „Das können wir machen, hat er gesagt, und später noch, dass wir morgen gehen die Schweden gewinnen müssen“, so Lübbehüsen. Auch Schröder weiß um die Bedeutung der Partie, welches für die Truppe von Bundestrainer „Jogi“ Löw wegen der Auftaktniederlage gegen Mexiko zu einem ersten Endspiel geworden ist.

Dann ist der Tag des Spiels da, und Simon Düker, der im Gegensatz zu seinen Kumpels ohne Eintrittskarte nach Russland gereist ist, überlegt, wo er am besten das Spiel im Fernsehen verfolgen kann. Bereits im NWZ-Vorbericht auf die Tour der Elstener hatte sich Düker scherzhaft als Reiseleiter bezeichnet. Doch für ihn beginnt der Tag mit einem vorzeitigen Weihnachtsgeschenk. Er trifft eine Gruppe Schweden, die ein Ticket übrig haben. Sie werden sich schnell handelseinig. Dank der Eintrittskarte kann er vor Ort noch die nötige Fan-ID beantragen, um so später ins Stadion zu gelangen.

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Das besagte Spiel im Olympiastadion von Sotschi entpuppt sich als ein echter Thriller. Als die Nachspielzeit angezeigt wird, steht es 1:1. „Mit Beginn der Nachspielzeit haben wir nicht mehr daran geglaubt, dass noch ein Tor für uns fällt. Zumal die Schweden sehr defensiv agierten, und sich ihrer Sache recht sicher waren“, erinnert sich Lübbehüsen.

Doch es kommt anders. In der fünften Minute der Nachspielzeit zirkelt Toni Kroos einen Freistoß in den Giebel des Schweden-Tores. Danach gibt es in der Deutschen Fankurve kein Halten mehr. „Der Moment, als Kroos zum 2:1 trifft, war der absolute Hammer. Da war der Jubel bei uns grenzenlos“, so Lübbehüsen.

Gute Stimmung auf den Rängen und abseits der Stadien ist bisher ein Markenzeichen dieser Weltmeisterschaft. Dies erleben die Elstener bereits bei ihrer Ankunft in Moskau. Auf dem Roten Platz feiern zahlreiche Nationen ein friedliches Fußballfest. „Da waren Fans aus Argentinien, Kolumbien und dem Senegal. Die Stimmung war wirklich gut“, erzählt Lübbehüsen. Er habe kaum Leute gesehen, die Ärger gemacht haben.

Beeindruckt zeigen sich die Elstener von der Freundlichkeit des Gastgebers. „Die Russen sind wirklich gut drauf und hilfsbereit“, sagt Lübbehüsen. Zudem meint er, dass die Russen die Deutschen sehr mögen. „Wenn wir mit dem DFB-Trikot durch die Stadt gelaufen sind, sind wir häufig angesprochen worden, oder sie haben gefragt, ob sie ein Bild mit uns machen können“, schildert Lübbehüsen seine Eindrücke von der Tour.

Die Freunde werden die Reise nach Russland ihr Leben lang nicht vergessen. „Das waren tolle Tage“, fasst es Simon Düker zusammen.  Am Mittwoch, 27. Juni, um 16 Uhr, steigt das letzte Gruppenspiel der Deutschen gegen Südkorea. Wieder ein Endspiel, und wieder werden auch in Cloppenburg die Fans mitfiebern. So auch in der Münsterlandhalle. Einlass ist eine Stunde vor Spielbeginn. Der Eintritt kostet zwei Euro.


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