Diesel-Vergleich – VW und Verbraucherschützer  einigen sich doch
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Diesel-Vergleich – VW und Verbraucherschützer einigen sich doch

Oldenburg Das Studium ist eine gute Zeit, um Kinder zu bekommen. Stimmt diese Aussage auch seit der Einführung der stärker verschulten Bachelor- und Masterstudiengänge noch? „Ich höre immer wieder von Studierenden mit Kindern, dass das nach wie vor gilt, weil man im Beruf kaum noch so flexibel ist wie im Studium“, sagt Katharina Corleis, die sich im Sozialreferat des Allgemeinen Studierenden-Ausschusses (AStA) der Uni Oldenburg auch um die Angebote für Eltern kümmert. „Es hängt aber auch vom Studiengang ab. Sind viele Praktika vorgesehen, wird es schwieriger.“

Diese Erfahrung hat auch Studentin Katharina gemacht. Sie hat ihre drei Kinder während des Studiums bekommen und nach dem Bachelor ein Jahr lang gearbeitet. „Als Studentin bin ich einfach flexibler, als in einem Angestelltenverhältnis. Nur das zweimonatige Pflichtpraktikum in Vollzeit während der Sommerferien konnte ich mit zwei kleinen Kindern nicht leisten. Schließlich haben Kita und Schule dann auch Ferien und so viel Urlaub bekommt mein Mann gar nicht“, berichtet Katharina. „Ich habe das Praktikum dann in Teilzeit gemacht. Dadurch dauert das Studium länger.“

Länger Bafög

Darin sieht Uwe Bunjes von der Zentralen Studien- und Karriereberatung der Uni Oldenburg kein Problem: „Studierende sollten sich selbst innerlich die Erlaubnis geben, dass ein Studium mit Kind eben länger dauert.“ Das findet Katharina auch – mit einer Einschränkung: „Der Knackpunkt ist, dass die Finanzierung gesichert sein muss.“

Die letzte Bafög-Reform hat hier einige Verbesserungen gebracht. So wird jetzt die Erziehung von Kindern bis 14 Jahre bei der Berechnung der Altersgrenze berücksichtigt. Zudem ist Kinderbetreuung ein Grund dafür, länger Bafög zu bekommen.

Hilfe beim Beantragen verschiedener finanzieller Unterstützungen erhalten studentische Eltern der Uni Oldenburg und der Jade Hochschule von Heiko Groen, dem Sozialberater des Studentenwerks Oldenburg. Er stellt auch individuelle Ablaufpläne zusammen, sodass die Studierenden genau wissen, wann welche Fristen für Anträge ablaufen. Daneben bieten auch Stiftungen und der AStA der Uni Oldenburg finanzielle Hilfen. Beim AStA kann zum Beispiel ein Kinderbetreuungszuschuss und eine Rückerstattung der Kosten fürs Semesterticket beantragt werden. Zudem besteht die Möglichkeit in kurzfristigen finanziellen Notlagen ein zinsloses Darlehen zu bekommen.

Neben der Finanzierung ist die Betreuung der Kinder ein großes Thema. Das Studentenwerk bietet Kitas, in denen Studierende bevorzugt Plätze erhalten. Zusammen mit der Uni Oldenburg betreibt es eine flexible Nachmittagsbetreuung. Für zwei Euro pro Nachmittag werden dort Kinder ab einem Jahr von 14 bis maximal 18.30 Uhr versorgt. „Das Angebot ist nicht unbedingt für unvorhergesehene Termine geeignet, schließlich brauchen so kleine Kinder eine Eingewöhnungszeit. Es ist beispielsweise für Studierende gedacht, die ihr Kind halbtags betreut haben, aber ein oder zwei Nachmittagsveranstaltungen besuchen möchten“, sagt Lena Habermann vom Studentenwerk.

Katharina muss ohne Ganztags- oder flexible Nachmittagsbetreuung auskommen: „Wir leben in Rastede. Da müssen alle Kinder bis 13 Uhr aus der Kita abgeholt werden. Aber da die Kinder ihre Freunde in Rastede haben, möchte ich sie nicht in einer Oldenburger Kita unterbringen.“ Momentan hat ihr Mann Elternzeit für das drei Monate alte Baby genommen. Ansonsten kann Katharina vormittags in die Uni, kümmert sich nachmittags um die Kinder und fährt abends oft noch mal in die Uni. „Das erfordert schon Disziplin. Auch dass ich abends oder am Wochenende lerne, wenn die anderen zum Beispiel im Zoo sind. Aber dafür genieße ich die Zeit mit meinen Kindern auch ganz bewusst.“

„Natürlich ist ein Studium mit Kind eine Herausforderung“, sagt die Gleichstellungsbeauftragte der Jade Hochschule Dörte Schneider. „Es ist vor allem eine persönliche Herausforderung – alles andere lässt sich meist regeln.“ So können seit 2018 auch Studentinnen Mutterschutz in Anspruch nehmen. Alle Hochschulen bieten Familienservicebüros, die über Unterstützungsmöglichkeiten informieren. Studierende mit Kind können Fristverlängerungen bei Hausarbeiten beantragen oder, wenn nötig, eine andere Prüfungsform als vorgesehen. Zudem erhalten studentische Eltern bevorzugt Plätze in Veranstaltungen am Vormittag, solange das dafür vorgesehene Kontingent nicht aufgebraucht ist. Katharina bestätigt das: „Wenn man fragt und sich kümmert, trifft man überall auf offene Ohren.“

Probleme zugeben

Sich nicht scheuen zu fragen, sei ganz wichtig, betonen Lena Habermann und Katharina Corleis. Neben der Beratung bietet der AStA mehrere Möglichkeiten für studentische Eltern sich zu vernetzen. Zum Beispiel in der Krabbelgruppe, Eltern-Kind-Cafés, dem Väter-Treff oder den Eltern-Kind-Räumen können Eltern miteinander ins Gespräch kommen und sich auch über Probleme austauschen. „Jeder kommt mal an seine Grenzen, das ist ganz normal. Gerade beim Studium mit Kind kann es helfen, mit anderen darüber zu reden. Vielleicht haben sie Ähnliches erlebt und kennen eine Lösung“, so Corleis.

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