Im Nordwesten Nicht nur die erste eigene Wohnung kostet Geld – wer studiert, der muss auch Geld für die Semestergebühren zur Seite legen. Die sind je nach Studienort unterschiedlich hoch. In Oldenburg verfügt das Studentenwerk über einen speziellen Studienfinanzierungsberater, der Studierende bei allen denkbaren finanziellen Problemen berät.

In Hannover müssen junge Leute für Semesterbeitrag und Nahverkehrs-Ticket landesweit am meisten zahlen, jedes Halbjahr kostet dort bis zu 414 Euro. In der kleinen Harzer Bergstadt Clausthal müssen nur 183 Euro gezahlt werden – deutlich günstiger ist es dort auch, weil es kein Nahverkehrs-Ticket gibt, denn alles ist gut zu Fuß oder per Rad erreichbar.

In Hannover können Studenten aus Familien, die Sozialleistungen beziehen, seit 2015 zum Start des Studiums ein Stipendium bekommen, mit dem der erste Semesterbeitrag bezahlt wird. Das Interesse daran steigt: 2016 profitierten davon 66 junge Leute, 22 Prozent mehr als im Jahr zuvor. „Das Angebot ist eine ganz handfeste und notwendige Hilfestellung für den Studienstart“, hieß es dazu vom Studentenwerk Hannover.

Grafik: Studieren kostet – aber nicht überall gleich viel

Oldenburg/Emden

An der Universität Oldenburg sowie der Jade Hochschule und der Hochschule Emden werden pro Semester zwischen 320 und 340 Euro fällig. Das Studentenwerk Oldenburg hat keine eigenen Mittel, um Bedürftige finanziell beim Semesterbeitrag zu unterstützen. „Als eines der wenigen Studentenwerke verfügen wir jedoch über einen speziellen Studienfinanzierungsberater, der Studierende bei allen denkbaren finanziellen Problemen berät“, sagt Sprecherin Lena Habermann. Die finanzielle Situation habe sich aber seit Abschaffung der Gebühren bei vielen jungen Erwachsenen entspannt, berichtet Studienfinanzierungsberater Jens Müller-Sigl.

Bremen

In Bremen zahlen Studierende für das Sommersemester 298,92 Euro. Der Betrag setzt sich zusammen aus Studentenwerk (70 Euro), Beitrag zum Allgemeinen Studierendenausschuss (12 Euro), Semesterticket (166,92 Euro) und einem Verwaltungskostenbeitrag in Höhe von 50 Euro. „Die Gebühren können nur in Ausnahmefällen rückerstattet werden“, betont Eberhard Scholz, Pressesprecher der Universität Bremen, auf NWZ -Nachfrage.

Hannover

410 Euro müssen Studierende an der Leibniz-Universität in Hannover für das Sommersemester an Semesterbeitrag zahlen. Teuerster Posten: Die Semestercard für 228 Euro. An der Hochschule Hannover werden sogar 414 Euro fällig.

Lüneburg

348 Euro werden in Lüneburg an der Uni pro Semester fällig, darin enthalten sind rund 158 Euro für das Semesterticket. Die Summe sei in den vergangenen Jahren annähernd gleich geblieben, sagt Sprecherin Dörte Krahn. Spezielle Stipendien nur für den Semesterbeitrag wie in Hannover gibt es laut Krahn in Lüneburg nicht.

Clausthal

An der Technischen Universität Clausthal zahlen Studenten für das Sommersemester 183 Euro. Ein Semesterticket gibt es in der Kleinstadt nicht – dort ist nämlich alles per Rad oder zu Fuß erreichbar.

Osnabrück

Studierende an der Universität Osnabrück zahlen für das Sommersemester 330 Euro, allein das Bus- und Bahnticket schlägt dabei schon mit 173 Euro zu Buche. Ein Stipendium für den Semesterbeitrag gibt es in Osnabrück nicht, erklärt Sprecher Utz Lederbogen.

 Göttingen

320 Euro zahlen Studierende an der Universität Göttingen für das Sommersemester. Seit 2007 ist dort in erster Linie der Studierendenschaftsbeitrag gestiegen. „Das ist im Wesentlichen auf die Einführung der Bahn-, Bus- und Kulturtickets und deren Kostenentwicklung zurückzuführen“, sagt Pressesprecher Romas Bielke.

Für internationale Studenten, die in eine finanzielle Notlage geraten sind, können kurzfristige Beihilfen vergeben werden. Auch der Allgemeine Studentenausschuss (AStA) unterstützt bei finanziellen Notlagen und kann bedürftigen Studierenden zum Beispiel die Beiträge für das Semesterticket erstatten.

Braunschweig

Zahlten Studenten für das Sommersemester 2014 noch 265 Euro, werden für das Sommersemester 2017 jetzt 341 Euro fällig. Gesonderte Stipendien für den Beitrag gibt es an der TU Braunschweig nicht. Das hochschuleigene Carolo-Wilhemina-Stipendium greift den Studierenden aber für die Laufzeit von zwei oder mehr Semestern unter die Arme.

Studenten, die Schwierigkeiten haben, den Rückmeldebetrag zu entrichten, werden über die Beihilfen des AStA oder Darlehen des Studentenwerks Ostniedersachsen aufgefangen, sagt Immatrikulationsamts-Leiter Kai Brunzel. Die Anzahl der Studierenden mit finanziellen Engpässen sei aber seit Abschaffung der Studiengebühren rückläufig.

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Lars Laue Korrespondent / Redaktion Hannover
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