Oldenburg /Bremen Neue Wege beschreitet die Hanse Law School der Universitäten Oldenburg, Bremen und Groningen seit ihrer Gründung vor 15 Jahren. Jetzt übernimmt sie eine Vorreiterrolle bei der Digitalisierung der Lehre. Der Stoff des Bachelor-Studiengangs Comparative European Law steht ab Anfang Juni in drei- bis fünfminütigen Videos online zur Verfügung. Studierende können diese zur Vor- und Nachbereitung von Veranstaltungen nutzen. Außerdem wird das Gelernte mittels interaktiver Übungen vertieft. „Mir ist keine andere deutsche Hochschule bekannt, die das im Fach Jura anbietet“, sagt Prof. Dr. Dr. Volker Boehme-Neßler, einer der Direktoren der Hanse Law School.

Filme als App geplant

„Digitale Lehre kann eine gute Vorlesung mit Diskussion zwar nicht ersetzen, aber sinnvoll ergänzen. Zumal die Lehre nicht an der Lebenswelt der Studierenden vorbeigehen sollte: Wenn ich Studierende in einer Veranstaltung auffordere, anschließend in der Bibliothek etwas in einem Buch nachzuschlagen, sehen mich die meisten irritiert an, weil sie ihre Informationen nicht aus Büchern beziehen.“ Geplant ist außerdem, die Videos auch als App anzubieten, sodass die Studierenden sie problemlos etwa im Zug, den viele zum Pendeln zwischen Bremen und Oldenburg nutzen, ansehen können.

Eine weitere Besonderheit der Hanse Law School ist, dass ihre Absolventen sowohl einen Bachelor in der Tasche haben, als auch alle Voraussetzungen mitbringen, um sich sofort zum Staatsexamen anzumelden. Der Grund dafür liegt in der Bologna-Reform. Diese sah vor, alle Studiengänge auf die Abschlüsse Bachelor und Master umzustellen. „In diese Zeit fiel die Entstehung der Hanse Law School. Die Gründer planten einen modernen Studiengang und führten deshalb gleich die neuen Abschlüsse ein“, berichtet Boehme-Neßler. Da die Hanse Law School mit der Uni Groningen schon Grenzen überschritt, legten sie zudem einen Schwerpunkt auf europäisches und internationales Recht.

„Doch dann zeigte sich, dass die Beharrungskräfte im Fach Jura sehr stark sind – das Staatsexamen blieb. Und unsere Absolventen waren zwar gefragt, mussten aber immer wieder die Erfahrung machen, dass viele Arbeitgeber mit einem Bachelor in Jura nicht viel anzufangen wissen“, so Boehme-Neßler.

Begehrte Studienplätze

Auch die Studienplätze an der Hanse Law School sind begehrt geblieben: Auf 35 Plätze kommen zwischen 150 und 200 Bewerber. Die Hanse Law School reagierte trotzdem: Seit einem Jahr erwerben ihre Studierenden in Bremen das Wissen, das in einem normalen Jurastudium vermittelt wird. In dem Studienjahr, das sie in Groningen verbringen, stehen internationales Recht und Rechtsvergleichung, sprich die Gegenüberstellung von deutschem und niederländischem Recht bei bestimmten Problemen, im Mittelpunkt. In Oldenburg werden Europarecht, Verfassungsrecht und fachübergreifende Ergänzungsfächer wie zum Beispiel Wirtschaft und Sozialwissenschaften gelehrt.

„Wir bieten also sozusagen ein Jura-Plus-Studium“, erläutert Boehme-Neßler. „Die Studierenden erhalten das Rüstzeug fürs Staatsexamen, das sie brauchen, um Anwalt oder Richter zu werden. Zudem können sie aber auch eine Bilanz lesen und bringen Auslandserfahrung mit, was für die Arbeit in einem internationalen Unternehmen ein großer Vorteil ist.“

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