OLDENBURG Über die zähen Verhandlungen, die derzeit über die Studienbedingungen an den öffentlichen Hochschulen geführt werden, kann Prof. Dr. Jons T. Kersten nur lächeln. Denn der Präsident der Privaten Fachhochschule für Wirtschaft und Technik (FHWT) ist kurze Dienstwege gewohnt. „Wir sind ein Dienstleister der Unternehmen und fällen daher unsere Entscheidungen ruck-zuck.“

1998 ging die staatlich anerkannte Fachhochschule mit Standorten in Vechta und Diepholz aus der Berufsakademie Oldenburger Münsterland hervor. Ein Jahr später kam beim Bundestechnologiezentrum für Elektro- und Informationstechnik (bfe) ein Standort in Oldenburg hinzu.

Idee aus der Wirtschaft

Die Idee für die FHWT stammt aus der Wirtschaft. „Die Unternehmen wollten selbst dafür sorgen, dass sie auch in Zukunft qualifiziertes Personal haben“, erklärt Kersten. Wobei er damit nicht sagen will, dass die staatlichen Hochschulen keine guten Leute hervorbringen. Als private FH mit direktem und regelmäßigem Kontakt zur Wirtschaft sei man aber flexibler und anpassungsfähiger bei aktuelle Entwicklungen. „So haben wir zum Beispiel den Bachelor gemeinsam mit den Unternehmen umgesetzt“, so Kersten. „Da ist nicht nur ein neues Etikett drauf, sondern das Studium wurde so umstrukturiert, dass auch der Bachelor von den Firmen als vollwertiger Abschluss anerkannt wird.“

Rund 200 Unternehmen beteiligen sich zurzeit an der FHWT. Als Verein organisiert, sind sie neben dem bfe und der Dr. Jürgen und Irmgard Ulderup Stiftung einer von drei Trägern der Fachhochschule. „Leider sind sehr wenige Firmen aus der Stadt Oldenburg dabei“, bedauert Kersten. „Da würde ich mir mehr Beteiligung wünschen.“

Um das zu erreichen, wirbt Kersten mit den Vorteilen des dualen Studiums. Ob in Betriebswirtschaft, Agrar- und Ernährungswissenschaft, Wirtschaft & IT, Maschinenbau, Wirtschaftsingenieurwesen, Elektrotechnik oder Mechatronik – die Studenten der FHWT lernen die Theorie in der Hochschule und setzen diese direkt in den Unternehmen um, bei denen sie während der Ausbildung angestellt sind. Auf diese Weise lernen die jungen Leute bereits neben dem Studium Unternehmensstruktur und Arbeitsabläufe kennen, was sie zu begehrten Fachleuten macht. „Es gibt keinen arbeitslosen Absolventen der FHWT“, unterstreicht Kersten.

Bezahltes Studium

Das ist nicht das einzige Argument, das die private FH auch für Studierende sehr interessant macht. Daneben ist es die Ausbildungsvergütung, die während der Studienzeit gezahlt wird. Und auch die hohe Dichte an Lehrenden sucht man in vielen anderen Bildungseinrichtungen vergebens: Auf rund 560 Studentinnen und Studenten kommen derzeit 20 Professoren plus diverse Lehrbeauftragte. Kein Wunder also, dass die Bewerberzahlen hoch sind.

Ein besonderes Merkmal der FHWT sind zudem die interdisziplinären Projekte, die die Studenten während des letzten Studienjahrs beschäftigen und in denen das Wissen aller Fachrichtungen vereint wird. „Teilweise werden da komplett neue Produkte erfunden, die sogar marktreif sind“, erzählt Kersten. Ergebnisse sind zum Beispiel eine Kartoffelchips-Maschine oder ein voll funktionsfähiger Rennwagen. „Die jungen Menschen entwickeln dabei eine hohe Motivation“, freut sich Kersten. „Und genau solche Leute wollen die Firmen.“

www.fhwt.de

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