Nordenham /Butjadingen „Damit habe ich nie und nimmer gerechnet“, kommentierte Detlef Glückselig, Mitglied der Nabu-Ortsgruppe Nordenham-Butjadingen, das Ergebnis der von ihm koordinierten XXL-Müllsammelaktion „Sauberhafte Küste“. Sein Fazit galt aber nicht der befürchteten Müllmenge, sondern der großen Beteiligung an dieser Umweltkampagne. Über 500 Bürger befreiten am Samstagmorgen den 45 Kilometer langen Küstenabschnitt zwischen Großensiel und Eckwarderhörne von Unrat.

Mit dabei waren:

Grundschule Süd, Grundschule Friedrich-August-Hütte, Grundschule Butjadingen, Zinzendorfschule Tossens, Plastikfreier Stammtisch Nordenham, SPD-Stadtverband Nordenham, Team Norgin, Beschäftigte der Norddeutschen Seekabelwerke, Beschäftigte der Nordenhamer Zinkhütte, Feuerwehr Nordenham, Feuerwehr Einswarden, Feuerwehr Phiesewarden, Feuerwehr Schweewarden, Jugendfeuerwehr Tossens, Jugendfeuerwehr Eckwarden,

Kinderfeuerwehr Eckwarden,

Gruppe Vier vom Deich in Blexen, Club Strandrose Tettens, Dorfgemeinschaft Schweewarden, Nabu-Ortsgruppe Nordenham-Butjadingen, Naturschutzjugend Nordenham-Butjadingen, Naturschutzjugend Westerstede, Dorfgemeinschaft Waddens

Bürgerverein Nordseebad,Burhave, Tourismus-Servicegesellschaft Butjadingen,

Hegering Butenland , Bürgerverein Langwarden, Bürgerverein Tossens, SPD-Ortsverband Butjadingen und viele Bürger

Wie schon im Vorjahr, als sich die Aktion noch auf die 6,5 Kilometer lange Strecke zwischen Eckwarderhörne und Tossens beschränkt hatte, wurde auch die jetzige Müllsammlung von der Nabu-Ortsgruppe Nordenham-Butjadingen initiiert. Sie fand dafür rund 30 Vereine, Schulen, Firmen und andere Organisationen, mit denen sie das Aktionsbündnis „Sauber­hafte Küste“ bildete. Für die Aktion wurde das Nordsee- und Weserufer in zwölf Abschnitte unterteilt, in denen die Müllsammler tätig wurden.

Mit dabei waren auch einige Gemeinschaften, die es sich bereits seit Jahren zur Aufgabe gemacht haben, mit Müllsammlungen an der Küste einen Umweltschutzbeitrag zu leisten. Zu ihnen gehörten der Hegering Butenland, der bereits zum 15. Mal am Mürrwarder Deich im Einsatz war, und die Blexer Gruppe Die Vier vom Deich um Theo Köhne, die wieder auf dem Blexer Außengroden Müll sammelte.

Viele Kinder dabei

Die meisten Teilnehmer fanden sich auf dem Nordenhamer Strandgelände ein, wo über 100 Schüler, Lehrer und Eltern der Grundschulen Süd und Friedrich-August-Hütte das Naherholungsgebiet an der Weser von Müll und Unrat befreiten. Aber nicht nur dort beteiligten sich etliche Kinder an der Aktion. Auch die Tossenser Zinzendorfschule und die Grundschule Butjadingen sowie Jugend- und Kinderfeuerwehren aus Nordenham, Tossens und Eckwarden waren dabei.

Die Naturschutzjugend (Naju) Nordenham-Butjadingen, die Nachwuchsorganisation der Nabu-Ortsgruppe, wurde bei ihrem Einsatz in Tossens von der Naju Westerstede unterstützt.

Da aufgrund der Industrieanlagen nicht alle Küstenabschnitte für die Öffentlichkeit zugänglich sind, freuten sich die Organisatoren, dass von Mitarbeitern und sogar Mitgliedern der Geschäftsleitung Müll auf dem Gelände der Norddeutschen Seekabelwerke und der Nordenhamer Zinkhütte gesammelt wurde.

Etwas abseits der Küste, auf dem alten Bahndamm, gingen Mitglieder und Freunde des SPD-Ortsvereins Nordenham ans Werk. Schon nach 1000 Metern waren sieben große Abfallsäcke gefüllt.

Dennoch fiel das Gesamtergebnis mit geschätzten 20 bis 25 Kubikmetern Müll erfreulicherweise doch etwas geringer aus als erwartet. Das galt besonders für die manchmal überfluteten Außenbereiche – wie der Naturerlebnispfad im Langwarder Groden. Dort waren über 20 Mitarbeiter und Helfer der Tourismus-Servicegesellschaft Butjadingen im Einsatz. Ihre Ausbeute belief sich auf knapp 1,5 Kubikmeter.

Ins Meer gespült

Befürchtet wird allerdings, dass bei den jüngsten Sturmfluten viel Müll, insbesondere Plastik, von den Außendeichsflächen in die Nordsee gespült wurde. Dies zu verhindern, ist der Hauptgrund der Aktion. Denn vor allem Kunststoffabfälle, die im Meer durch Umwelteinflüsse zu Mikroplastik werden, sind ein globales Umweltproblem gigantischen Ausmaßes. Allein auf dem Grund der Nordsee liegen nach Schätzungen des Naturschutzbundes 600 000 Kubikmeter Müll – mit steigender Tendenz.

Während direkt am Ufer insbesondere Plastik- und Styroporteile sowie Reste von Fischernetzen angetroffen wurden, gab es in den Gräben entlang der Deichlinie auch größere Funde. Dazu zählten zum Beispiel Gartenmöbel, ein Iglu-Zelt und ein Einkaufswagen.

Entscheidend für den Erfolg der Aktion sei aber nicht die Müllmenge, sondern die großartige Zahl der Teilnehmer, machte Detlef Glückselig deutlich. Ein wichtiges Ziel der Aktion sei auch, die Bürger für ein umweltbewusstes Verhalten zu sensibilisieren.

Der Dank des Nabu-Koordinators galt aber nicht nur allen Müllsammlern, sondern auch dem Center-Parcs in Tossens. Dessen Leiter Mark Schuur und sein Team hatten die Müllsammler zu einem Abschlusstreffen mit einem Imbiss und Getränken eingeladen. Gut 250 Helfer nahmen die Einladung an.

Rolf Bultmann Nordenham / Redaktion Nordenham
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