BURHAVE BURHAVE - Der tiefe Riss zwischen der Butjadinger Feuerwehr (oder zumindest großen Teilen der vier Ortswehren) und der neuen CDU/FDP-Mehrheitsgruppe im Gemeinderat ist noch keineswegs gekittet. Aber CDU und FDP haben am Donnerstag – ohne ihr Gesicht zu verlieren – eine Brücke geschlagen. Mit dieser Brücke ist eine einvernehmliche Lösung programmiert.

So lassen sich die Ergebnisse einer Fahrzeugschau beim Feuerwehrhaus am Nachmittag und einer Sitzung des Feuerwehrausschusses am Abend im Rathaus zusammenfassen.

Es geht um die Anschaffung eines neuen Gerätewagens für die Stützpunktfeuerwehr Burhave. Wie die NWZ berichtete, ringen Rat und Verwaltung der Gemeinde darum seit mehr als zweieinhalb Jahren. Die NWZ-Schlagzeile vom 15. Dezember 2004 „Irrungen und Wirrungen um neues Auto“ blieb aktuell.

Weiter zugespitzt hatten sich die Auseinandersetzungen in der Gemeinderatssitzung eine Woche vor Weichnachten vergangenen Jahres, wie die NWZ ebenfalls berichtet hat. CDU und FDP setzten mit ihrer Mehrheit gegen SPD, Unabhängigen-Fraktion, dem einzigen Grünen-Ratsherrn und Bürgermeister Rolf Blumenberg (parteilos) durch, dass im Haushalt 2007 lediglich 60 000 Euro für ein neues Auto bereitgestellt werden und nicht die nötigen 9000 Euro zusätzlich.

Von „Schelmenstück“ sprachen Kritiker. Befürworter redeten davon, dass die Feuerwehr keine heilige Kuh sei. Die Fronten schienen unüberwindbar. Daraufhin haben CDU und FDP die Initiative ergriffen für eine Fahrzeugschau und fundierte Beratung durch Kreisbrandmeister Werner Zirk und Kreisschirrmeister Peter Cordes. Beides ist Donnerstag geschehen. Vorgestellt wurden ein Mehrzweckfahrzeug der Feuerwehr Rodenkirchen, ein Lösch- und Gerätefahrzeug der Feuerwehr Popkenhöge (um diese beiden hatten CDU und FDP gebeten) sowie (über den CDU/FDP-Vorschlag hinaus) auch ein Fahrzeug der Werksfeuerwehr von NSW.

Die CDU-Wortführer Wolfgang Stolle und Matthias Schmitz klopften im Feuerwehrausschuss erneut kritisch ab, fragten zudem nach einem Gesamtkonzept für die vier Ortswehren. FDP-Fraktionschef Lutz Timmermann beklagte ebenfalls: Ein echtes Konzept liege eben nicht vor.

Kreisbrandmeister Werner Zirk ging ruhig, sachlich und ausführlich auf alles ein. Er machte zum einen klar, dass für die Gemeinde seit 1993 eine Regelung getroffen ist, die auch für die Zukunft ein vernünftiges Konzept darstellt. Zum anderen machte Zirk deutlich, dass ein Fahrzeug wie das vorgestellte der NSW-Werksfeuerwehr für Burhave das richtige sei. Ein solcher Gerätewagen sei für Einsätze in ganz Butjadingen dringend nötig.

Auch wies der Kreisbrandmeister auf künftige Zusatz-Anforderungen hin. So werde die Gemeinde einen Einsatzleitwagen für die Butjadinger Wehren anschaffen müssen.

FDP-Fraktionschef Timmermann dankte Zirk und sah die Richtigkeit der CDU/FDP-Forderungen nach umfassenden Informationen bestätigt: „Das hätten wir früher wissen können, wenn man es uns gesagt hätte.“

Werner Zirk hatte eingangs ausdrücklich den Vorstoß von CDU und FDP gelobt. Dies dürfte den „Brückenbau“ erleichtert haben. Freilich läuft jetzt alles auf die Anschaffung genau des Wagens hinaus, den die Burhaver Feuerwehr seit langem für nötig hält – und der kostet nicht 60 000, sondern eher 70 000 Euro.

CDU und FDP beantragten und der Feuerwehrausschuss beschloss einstimmig dies: Bis Mitte März soll die Feuerwehrtechnische Zenrale (FTZ) eine umfassende technische Beratung vornehmen. Dazu CDU-Wortführer Wolfgang Stolle: „Was die FTZ uns empfiehlt, wird angeschafft.“

Horst Lohe Nordenham / Redaktion Nordenham
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.