Langwarden Ganz persönliche Erinnerungen hat Bernhard Hansing, ehemaliger Vorsitzender des Bürgervereins Langwarden, an den Langwarder Friesenkirchhof. Der ist an diesem Sonntag, 26. Januar, Schauplatz einer Gedenkveranstaltung des Rüstringer Heimatbundes, die Teil der unter dem Motto „500 Jahre Rüstringen - Oldenburg - Niedersachsen“ stehenden Veranstaltungsreihe ist.

In der Langwarder Burmeide fand 1514 die letzte Freiheitsschlacht der Butjadinger und Stadlander Friesen statt. Die unterlagen der feindlichen Übermacht des Oldenburger Grafen Johann und seiner Verbündeten. Die vielen Opfer wurden eingesammelt und in einem Massengrab auf dem Langwarder Friesenkirchhof beigesetzt.

„Etwa im März/April 1945 wurden vom Volksturm Männer im Rentenalter zum Schanzen eingesetzt. Die mussten alle 150 Meter entlang der Landesstraße in Langwarden Löcher zum Schutz vor feindlichen Tieffliegern ausheben, damit Fußgänger und Radfahrer sich schnell vor einem Beschuss retten konnten“, erinnert sich Bernhard Hansing.

So ein Schutzloch sei auch von Soldaten der Flakschule Langwarden auf dem Friesenkirchhof ausgehoben worden. „Auf dem Heimweg von der Schule sah ich in das manns­tiefe Loch hinter dem damaligen Treppenaufgang zum Friesenkirchhof. Das Loch war voll menschlicher Gebeine. Zudem entdeckte ich drei eingeschlagene Schädel. Das war ein furchtbarer, erschreckenden Anblick“, so Bernhard Hansing.

Er erinnert zudem daran, dass in den vergangenen 150 Jahren der alten Friesenkirchhof mehrmals wegen Straßenbauarbeiten an zwei Seiten abgetragen werden musste. Auch dabei seien die Bauarbeiter stets auf Skelette des Massengrabs von 1514 gestoßen.

Die morgige Gedenkveranstaltung des Rüstringer Heimatbundes beginnt um 10 Uhr mit einem Gottesdienst in der St.-Laurentius-Kirche. Um 10.30 Uhr sammeln sich vor der Kirche die Teilnehmer und die Fahnenträger der Vereine zum Marsch durchs Dorf zum Friesenkirchhof, wo eine Kranzniederlegung erfolgt. Die Gedenkworte spricht Heimatbund-Vorsitzender Hans-Rudolf Mengers, anschließend findet ein Gedankenaustausch im Steinhaus statt.

Rolf Bultmann Nordenham / Redaktion Nordenham
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