BURHAVE BURHAVE - Seit Monaten mahnt der Bürgerverein Nordseebad Burhave die Anlegung eines Kurparkes hinter der Spielscheune an. Zur Finanzierung hatte sich der Bauherr des Ferienhausgebietes „Seepark Burhave“ im Jahre 1997 in detaillierten vertraglichen Regelungen mit der Gemeinde verpflichtet.

Dieser Kurpark war das erste Thema einer Bürgerversammlung am Donnerstagabend im „Butjadinger Hof“. Der Einladung des Bürgervereins waren rund 60 Interessierte gefolgt.

Vorsitzender Karl-Heinz Brussock berichtete zur Einleitung: Bürgermeister Rolf Blumenberg habe im Mai dieses Jahres versichert, Baubeginn für den Kurpark werde im Herbst dieses Jahres sein. Bei einem weiteren Gespräch Ende September sei dagegen von einer Ausgleichsfläche oder einem Kindergarten gesprochen worden.

Blumenberg bestätigte Donnerstagabend die vertraglichen Regelungen, wollte aber keine Einzelheiten nennen, weil es sich um privatrechtliche Verträge handele. Tatsache sei jedoch auch, dass inzwischen die Spielscheune erweitert worden sei – „zu Lasten der Fläche für den Kurpark“, so Blumenberg.

Zudem begründete der Bürgermeister die Verzögerungen mit „personellen Turbulenzen“ an der Spitze des gemeindeeigenen Kurbetriebes. Jetzt könne der neue Geschäftsführer Johannes Cassens „ergänzende Ideen“ einbringen. Noch vor Weihnachten solle ein Konzept vorliegen. Der Bürgermeister: „Der Gemeinderat muss dann entscheiden, mit welchen Details eine Parkanlage angelegt werden kann. Möglicherweise werden auch Teile einer Außenanlage für die Spielscheune eingebracht.“

Der frühere Ratsherr Hans Wulff wandte ein, der 1997 abgeschlossene Vertrag enthalte detaillierte Vorgaben für einen Kurpark. Zudem kritisierte Wulf, Bürgermeister Blumenberg wolle die Verantwortung auf den Kurbetrieb abschieben, obwohl der Vertrag zwischen dem Investor und der Gemeinde abgeschlossen worden sei. Dafür gab es Beifall.

Darauf der Bürgermeister: „Es ist richtig, der Vertrag gilt. Es haben schon Gespräche zur Umsetzung stattgefunden. Wir wollen aber auch die jahrzehntelangen Erfahrungen von Herrn Cassens einbringen.“

Geschäftsführer Cassens machte deutlich, dass die nach der Erweiterung der Spielscheune verbliebene Fläche seiner Einschätzung nach zu klein ist für einen ansprechenden Kurpark. Es komme jetzt darauf an, „zeitnah das Richige daraus zu machen.“

FDP-Fraktionsvorsitzender Helmut Siefken sagte, er habe bisher nicht gewusst, dass in jüngster Zeit ernsthafte Verhandlungen mit dem Investor stattgefunden haben. Der Investor habe sich vertraglich zu einem Kurpark vepflichtet. Die Gemeinde müsse die sich daraus ergebenden finanziellen Verpflichtungen des Investors sichern, betonte Siefken. Zugleich sollte aber auch etwas getan werden für eine bessere Bewirtschaftung der Spielscheune angesichts stag-nierender Besucherzahlen.

Noch deutlicher wurde Dieter Kuhlmann, stellvertretender Vorsitzender der SPD-Gemeinderatsfraktion: „Die Erweiterung der Spielscheune hat das ursprüngliche Konzept über den Haufen geworfen. Der Kurpark kann auf keinen Fall mehr geschaffen werden. Wir haben aber die Möglichkeit, die entsprechende Summe einzufordern.“

Ähnlich äußerte sich Dr. Hans Hortig, der in Vertretung des erkrankten Unabhängigen-Chefs Lambertus Poll gekommen war. CDU-Fraktionschef Reinhard Evers meinte: „Die Gemeinde hat ihre Trümpfe nach wie vor in der Hand.“ Jetzt, so Evers, sollten alle vertrauensvoll Vorschläge von Johannes Cassens ausarbeiten lassen.

Horst Lohe Nordenham / Redaktion Nordenham
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