Bremerhaven Drei Wochen, nachdem das Bremerhavener Restaurantschiff „Seute Deern“ auf den Grund des Museumshafens abgesackt war, weil die meisten Lenzpumpen an Bord versagten, ist das „Süße Mädchen“ am Sonntag wieder aufgerichtet worden. „Wir sind sehr zufrieden. Das hat prima geklappt, weil unser gesamtes Team eine erstklassige Arbeit ablieferte“, erklärte am Sonntagnachmittag der Bremerhavener Bergungsspezialist, Kapitän Hans-Joachim Möller.

Dagegen war Möller am Samstag noch die Enttäuschung über einen misslungenen ersten Bergungsversuch des Schiffes anzumerken. Die drei eingesetzten Pumpen waren einfach zu schwach, um zu verhindern, dass durch die marode Bordwand immer wieder große Mengen Wasser eindrangen. So wurde noch am späten Abend das Technische Hilfswerk (THW) um Unterstützung gebeten.

Am Sonntag stand das THW bereit – mit besonders leistungsfähigen größeren Pumpen. Kurz vor 13 Uhr schoss das bräunlichgrüne Hafenwasser aus dem Schiff in einem dicken Strahl zurück ins Hafenbecken. „Die Pumpen fördern zusammen 8000 Kubikmeter Wasser. Rund 2000 Kubikmeter sind im Schiff. Das schaffen wir“, sagte Martin Claus, ein weiterer Experte von Marine & Cargo Surveyor Bremerhaven.

Der erste Meter nach oben war für das durch und durch marode Holzschiff besonders kritisch. Doch die alten Planken hielten durch und so tauchte die „Seute Deern“ Zentimeter für Zentimeter wieder auf, verlor immer mehr von ihrer Schieflage.

Tausende Passanten beobachteten an beiden Bergungstagen hinter den Absperrungen die Arbeiten im Museumshafen. Von der Columbusstraße aus waren die Stahlplatten zu sehen, mit denen am Schiff Lecks abgedichtet worden waren. „Wir haben noch ein weiteres Leck gefunden, etwa 10 mal 30 Zentimeter groß. Es liegt jetzt glücklicherweise über Wasser. Da kann nichts mehr passieren“, so Claus.

Gegen 16 Uhr trat Kapitän Möller vor die Kameras der wartenden Journalisten. „Sie schwimmt wieder“, meinte der Experte kurz und knapp – und freute sich sichtlich.

In den nächsten Tagen wartet auf Möller noch eine weitere schwere Entscheidung. Er soll bis Mittwoch der Politik und dem Deutschen Schifffahrtsmuseum erklären, ob es sich lohnt, die gehobene „Seute Deern“ zu sanieren, oder ob das Holzschiff am Ende aus Kostengründen doch besser abzuwracken ist.

Heiner Otto Korrespondent / Redaktion Bremerhaven
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