Bremerhaven Der Allgemeinzustand des Bremerhavener Wahrzeichens „Seute Deern“ ist so schlecht, dass Experten dringend davor gewarnt haben, Pläne für einen Transport des Großseglers in ein Dock im Kaiserhafen weiterzuverfolgen. Das teilte am Freitag der Eigner der Bark mit, das Deutsche Schifffahrtsmuseum (DSM).

In den vergangenen Tagen waren mehrfach Schiffsfachleute an Bord. Sie präsentierten inzwischen ein 50 Seiten umfassendes Gutachten. Aus dem geht unter anderem hervor, dass die Außenhaut der Bark, der Kiel und der Unterraum zu einhundert Prozent zerstört sind. Nicht viel besser sieht es mit Spanten, Decksbalken, Ruderraum und Betriebsgang aus. Die Experten sprechen von einem „konstruktiven Totalschaden“. Bei einer Sanierung müsste das Schiff zu 75 Prozent ersetzt werden.

Das sind keine guten Nachrichten für die vielen Anhänger der „Seute Deern“, die seit 1966 in Bremerhaven liegt. Weil sie nun offenbar nicht verholt werden kann, wird es immer wahrscheinlicher, dass das Schiff an seinem jetzigen Liegeplatz abgewrackt werden muss. Andere Möglichkeiten deuten sich im Moment zumindest nicht an.

Unter dem Eindruck dieser Erkenntnisse hat die Geschäftsführende Direktorin des Deutschen Schifffahrtsmuseums, Professor Dr. Sunhild Kleingärtner, die mit den Planungen beauftragte Hafengesellschaft Bremenports gebeten, den Auftrag, das Schiff in ein Schwimmdock zu verholen, vorerst ruhen zu lassen.

Schon vor Wochen hatte der Bergungsfachmann Hans-Joachim Möller deutlich davor gewarnt, die „Seute Deern“ zu bewegen, weil ihr schlechter Zustand das nicht erlaube. Wie berichtet, war es Möller, der die auf den Grund des Museumshafens abgesackte „Seute Deern“ wieder auftauchen ließ.

Am Mittwoch kommender Woche tagt der Stiftungsrat, das Aufsichtsgremium des Deutschen Schifffahrtsmuseums. Im Anschluss an diese Sondersitzung wird die Öffentlichkeit erfahren, was mit der „Seute Deern“ geschieht.

Heiner Otto Korrespondent / Redaktion Bremerhaven
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