Bremerhaven Die meisten Autofahrer werden wissen, wovon die Polizei schon länger redet: Kavaliersstart an der Ampel, eben noch schnell bei Rotlicht durchrutschen, permanente Geschwindigkeitsübertretungen, Drängeln in jede noch so kleine Lücke und mit Warnblinkanlage in zweiter Reihe parken, weil gerade kein anderer Platz frei ist.

Zahlreiche Verstöße

Und wenn dann der Fließverkehr ins Stocken gerät. „Macht doch nichts“, erklärte ein Transporterfahrer einem einschreitenden Polizisten. „War doch schnell wieder da.“ Die Liste solcher und ähnlicher Verstöße, die oft mit Rücksichtslosigkeit gegenüber anderen Verkehrsteilnehmern einhergehen, ließe sich beliebig verlängern.

Bereits im Sommer 2019 war die Ortspolizeibehörde Bremerhaven nicht mehr bereit, solche „Auswüchse“ auf den Straßen der Seestadt zu tolerieren. Ins Leben gerufen wurde, wie berichtet, die Aktion „SÜS“. Diese Abkürzung steht für „Strategie zur systematischen Überwachung und Einhaltung von Verkehrsregeln im fließenden und ruhenden Verkehr im Stadtgebiet Bremerhavens“.

Zur Chefsache erklärt

Harry Götze, Leiter der Ortspolizeibehörde Bremerhaven, erklärte diese Aktion seinerzeit zur Chefsache. Heute, 18 Monate später, haben Götze und seine Verkehrsexperten bei der Polizei nicht zum ersten Mal Bilanz gezogen. Das Ergebnis: Offenbar hat ein Großteil der Bevölkerung sehr positiv auf die zusätzlichen Kontrollen im Stadtgebiet reagiert. In den eineinhalb Jahren konnte die Polizei rund 26 000 Ordnungswidrigkeitsverfahren einleiten.

Hinweise per Mail

Wegen dieser Ergebnisse und weiterer, teils eklatanter Verstöße hat Götze nun beschlossen: „SÜS“ wird nicht wieder abgeschafft, sondern fortgesetzt – mindestens bis Ende 2021. „Wir werden es auch in Zukunft nicht hinnehmen, dass sich manche Verkehrsteilnehmer über geltendes Recht hinwegsetzen und die Straßenverkehrsordnung eher als eine Art Empfehlung interpretieren und sie nicht als verbindliche Vorschrift verstehen“, unterstrich der Polizeichef.

„Scharf geschaltet“ bleibt auch eine Mailadresse, über die Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit haben, Hinweise auf Verkehrsverstöße direkt an die Polizei weiterzugeben.


Mehr Infos:   www.polizei.bremerhaven.de 
Heiner Otto Korrespondent / Redaktion Bremerhaven
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