Bremerhaven Das unrühmliche Ende der „Seute Deern“ findet inzwischen unter Ausschluss der Öffentlichkeit unter einer sichtdichten Plastikhaut statt. Ähnlich wie bei der Luxus-Yacht „Solaris“. Da sollte auch niemand zuschauen. Doch was auf der Lloyd Werft entstand, ist ein Schmuckstück. Das wurde vor einigen Tagen deutlich, als die „Hüllen“ fielen. Anders bei der „Seute Deern“. Von ihr bleibt nur ein Haufen Sondermüll übrig. Sollte das Schicksal eines gescheiterten Wahrzeichens eigentlich nicht irgendjemandem zu denken gaben?

Zu Wort gemeldet hat sich Bremerhavens ehemaliger Oberbürgermeister Jörg Schulz (SPD). Er ist der Vorsitzende des Fördervereins Deutsches Schifffahrtsmuseum (DSM). Das DSM wiederum ist zumindest in der Papierform Eigner des weltweit letzten Holzfrachters, der nun gerade abgewrackt wird.

Lange Zeit hat Schulz zu den Vorgängen um die „Seute Deern“ geschwiegen. Zumindest öffentlich. Hinter den Kulissen jedoch war vielen klar: Der ehemalige OB ist mehr als unzufrieden mit dem letzten und vorletzten Kapitel „Seute Deern“. Jetzt hat Schulz, dessen Förderverein seit Jahren riesige Summen an Spendengeld in das DSM pumpt, offenbar die Nase voll, ein deutlich wahrnehmbares Bekenntnis für die Museumsflotte verlangt. Nicht nur vom DSM. Aber auch.

Es ist nicht nur der marode Zustand der gesamten Museumsflotte, der Schulz schon lange nicht mehr gefällt. Auch mit dem laufenden Umbau des Museums selbst ist er unzufrieden. Er vermisst eine detaillierte Planung, befürchtet, dass bestimmte Bereiche des Gebäudes wie der Scharoun-Bau über Jahre leer und verwaist bleiben könnten.

Seit 2012 verfügte das Museum für die Sanierung über rund 42 Millionen Euro. Angeblich soll dieses Geld verbaut worden sein. Sicher ist: In die Schiffe flossen so gut wie keine Finanzmittel. Und genau das meint Schulz, wenn er in diesen Tagen klar und deutlich verlauten lässt, dass das so in Zukunft unter keinen Umständen weitergehen darf mit dem DSM.

Heiner Otto Korrespondent / Redaktion Bremerhaven
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