Bremerhaven Wenn Bremenports-Geschäftsführer Robert Howe hochrangigen Gästen besondere „Details“ im Hafen zeigen möchte, wählt er dabei immer wieder gern den „Blick von der Wasserseite“. Deswegen stiegen der Bremenports-Chef und Bremens Senatorin für Wissenschaft und Häfen, Dr. Claudia Schilling (SPD), unlängst auch auf ein Schiff. Es brachte beide an die Zufahrt zur Nordschleuse. Das Areal in der Verlängerung der Columbuskaje, auch gern als „Kaje 66“ bezeichnet, gilt als marode. Jetzt fällt der Startschuss zu einem Neubau.

Dabei hat die alte „Kaje 66“ eine bewegte Vergangenheit. Bis heute beherbergt sie die Überreste des ehemaligen Anlegers für die England-Fähren. Meist war es das Fährschiff „Prins Oberon“, das in Bremerhaven ablegte und den britischen Hafen Harwich anlief. Parallel dazu startete die inzwischen abgewrackte „Prinz Hamlet“ von Hamburg nach Harwich. Dieses Schiff war seinerzeit bei der Papenburger Meyer Werft gebaut worden.

Doch das ist alles Jahrzehnte her. Heute denkt kaum noch jemand an den maroden Fähranleger an der Columbuskaje. Trotz alledem gilt die „Kaje 66“ als wichtiger Bestandteil des Geländes rund um die Nordschleuse.

Das weiß auch Senatorin Dr. Claudia Schilling. „Die Kaje 66 ist für uns ein wesentliches Bauprojekt, da sie die Zufahrt zur Nordschleuse sichert, die jährlich von 2000 Seeschiffen passiert wird. Nach mehreren Havarien ist die Standfestigkeit nicht mehr gegeben.“ Zuletzt krachte 2017 ein Autotransporter gegen die Kaje und beschädigte sie schwer.

Robert Howe ist ebenfalls fest davon überzeugt, dass hier Handlungsbedarf besteht. „Die Zufahrt zur Nordschleuse ist für die bremischen Häfen von größter Bedeutung. Deshalb dürfen wir uns hier keine baulichen Schwächen leisten. Mit dem Bau der neuen Kaje stellen wir die erforderliche Betriebssicherheit für die Schleuse viele Jahre sicher.“

Einige Details zu dem 17,7 Millionen Euro teuren Neubau: Vor der Kaje wird eine kombinierte Spundwand errichtet. Der ehemalige Fähranleger wird zurückgebaut. Die Anschlussbereiche zur Columbuskaje und zur nördlichen Vorhafenkaje werden hergestellt. Der Bereich hinter der neuen Spundwand wird mit Sand verfüllt. Komplett erneuert wird die 4000 Quadratmeter große Oberflächenbefestigung.

Nach einer Bauzeit von rund 18 Monaten soll die 320 Meter lange Kaje fertig sein. Spätestens dann schaut die Senatorin wieder vorbei.

Heiner Otto Korrespondent / Redaktion Bremerhaven
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.