Bremerhaven Der Auftrag war eindeutig: Für einen besonderen Kunden sollte der renommierte Stararchitekt Oswald Mathias Ungers aus Köln ein ungewöhnliches Bauwerk in Bremerhaven errichten. Mitten in der City. Nur einen Steinwurf entfernt vom Stadttheater, direkt an der belebten, mehrspurigen Columbusstraße. Auf dem freien Grundstück wollte sich das Alfred-Wegener-Institut niederlassen.

Ungers, 2007 verstorben, machte sich im Vorfeld dieser anspruchsvollen Aufgabe so seine Gedanken. Auch in Jahrzehnten, so der Wunsch der Bauherren, sollte das neue Institut noch ein Hingucker sein, sich abheben von der Architektur in der Nachbarschaft. Ganz in der Nähe stand damals noch das Anfang der 1950er Jahre errichtete und inzwischen abgerissene Stadtbad. Man brauchte in der Seestadt Platz für die immer stärker wachsende Hochschule.

Als Architekt Ungers schließlich seine Ideen für das Alfred-Wegener-Institut vorlegte, verschlug es den Entscheidern im ersten Moment kurzzeitig die Sprache. Vor ihnen lagen die Pläne für einen riesigen Schiffsbug aus Stein. Manche Fenster zeigten zum Alten Hafen, andere gaben den Blick frei auf die Columbusstraße. Bis heute dürfte das „Schiff aus Stein“ zu den am meisten fotografierten Gebäuden in der Stadt zählen.

So eindrucksvoll die ungewöhnliche Fassade auch ist – im Inneren des Gebäudes, das 1986 erstmals bezogen wurde, besteht schon länger ein erheblicher Sanierungsbedarf. Geschätzt wird, dass die Kosten sich auf einen zweistelligen Millionenbetrag im mittleren Bereich belaufen könnten.

Nun wird hinter den Kulissen abgewogen, ob es möglicherweise sinnvolle Alternativen gibt. So könnte man bei einer anstehenden Renovierung des Gebäudes auch gleich umbauen, um die Räumlichkeiten mit ihren zahlreichen Forschungseinrichtungen den aktuellen Bedingungen der heutigen Zeit anzupassen.

Weitgehender wäre sicherlich die Überlegung, nicht zu sanieren, sondern statt dessen lieber gleich neu zu bauen – eine vor allem logistisch anspruchsvolle Variante. Für das dann frei gewordene Alfred-Wegener-Institut würde sich möglicherweise die nahe Hochschule erwärmen können, die räumlich aus allen Nähten platzt und mittelfristig auf bis zu 5000 Studierende anwachsen will. Ernsthaftes Interesse, so hört man, soll die Hochschule aber bislang noch nicht gezeigt haben.

So stehen beim Alfred-Wegener-Institut also weitreichende Entscheidungen an, die sicherlich dann kommuniziert werden, wenn es so richtig konkret wird. Doch bis dahin könnte es wohl noch eine Weile dauern.

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Heiner Otto Korrespondent / Redaktion Bremerhaven
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