BREMEN In Sekundenschnelle dreht sich Border-Collie Betty um sich selbst. Beagle Altbau rollt mit seiner Schnauze einen Teppich auf. Und Lilly, eine Jack-Russel-Mischung, springt ihrem Frauchen durch die Beine. Diese und viele andere Kunststücke haben die tierischen Schüler im Unterricht von Chiara Carcagni gelernt. Die Bremerin bringt Hunden zirkusreife Nummern bei.

Jeden Sonntag kommen Betty, Lilly und Altbau zusammen mit ihren Frauchen in den Unterricht von Chiara Carcagni. „Die Stunden sind eine Kombination aus Fantasie und Grundgehorsam und den Hundesportarten Agility und Dog Dancing“, sagt die Hundezirkus-Trainerin. Alle Kunststücke, die ihre Schüler bei ihr lernen, denkt sie sich selbst aus. Viele fallen ihr in Alltagssituationen ein.

So brachte sie ihrem eigenen Hund Giacomo vor vielen Jahren bei, ihr die Wäscheklammern zu bringen, nachdem sie ihr ständig beim Aufhängen heruntergefallen waren. Danach trainierte sie mit Giacomo solange, bis er ihr die Socken ausziehen konnte. „Beim Hundezirkus-Training gibt es kein Ende“, sagt sie.

Die Idee zu ihrem Zirkus hatte Chiara Carcagni schon als Kind. „Damals dachte ich, es müsste doch einen Hundezirkus mit Sternen und Clowns geben.“ Als sie dann als Jugendliche fünf Jahre lang im Tierheim arbeitete, fiel ihr der Kindheitstraum wieder ein. „Ich wollte etwas mit Hunden machen, was ihnen Spaß macht und sie gleichzeitig auslastet und müde macht“, sagt die 34-Jährige.

Die Hundesportart Agility wurde damals noch nicht so oft in Vereinen angeboten wie heute. „Dog Dancing“ gab es noch nicht. So brachte sie Giacomo und den Tierheimhunden bei, auf Mauern zu balancieren, durch Reifen zu springen oder Kisten mit der Schnauze zu öffnen. „Der Hund reagiert aufs Wort oder auf die Hand des Menschen“, erklärt sie. Soll er beispielsweise lernen sich zu drehen, macht Chiara Carcagni mit einem Leckerli in der Hand die entsprechende Bewegung vor. Nach und nach reduziert sie dann Leckerlis und Gesten.

„Zum Anfang versteht der Hund es natürlich noch gar nicht. Das lernt er durch die Wiederholungen“, erklärt sie.

Lilly gehört zu den Hunden, die am längsten in der Hundezirkus-Klasse dabei sind. „Ich könnte fünf Stunden mit ihr Fahrrad fahren, sie wäre nicht so müde wie nach dem Hundezirkus“, sagt Frauchen Martina Bunsen. „Die Stunde ist eine gute Beschäftigung für den Kopf. Lilly ist danach ausgelastet und zufrieden.“

Den Hundezirkus-Unterricht, bei dem es je eine Klasse für Anfänger und Fortgeschrittene mit je sechs Schülern gibt, bietet Chiara Carcagni seit rund anderthalb Jahren an. Zum Training kann sich jeder mit seinem Hund anmelden.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.