BREMEN Was ist die Wahrheit? Eine philosophische Frage ist es, der sich das Theaterschiff nun nähern möchte. Am Donnerstag, 1. Dezember, hat dort um 20 Uhr die Komödie „Die Wahrheit… der Männer“ Premiere – ein Stück des 1979 geborenen französischen Autors Florian Zeller, der schon als Erfolg seiner ganzen Generation gefeiert wird. Und das nicht ohne Grund, denn sein Stück ist keine dieser Schenkelklopf-Komödien, sondern Unterhaltung voller Esprit. Und so geht es auch gar nicht wirklich um die Wahrheit, sondern vielmehr um die Lüge.

Genauer gesagt: um die Kunst des Lügens. Zeller führt diese Kunst vor, indem er vier Personen auftreten lässt, die mehr als zwei Paare bilden. Michel (Frank Winkels) betrügt seine Frau Laurence (Martina Flügge) seit sechs Monaten mit Alice (Heidi Jürgens), der Frau seines besten Freundes Paul (Kevin Hoffmann).

Der Charme der Komödie liegt in den Dingen, die Michel, Laurence, Alice und Paul so erzählen – und in allem, was nicht zu hören ist. In den sieben Szenen sind immer nur zwei der vier Charaktere auf der Bühne zu sehen. So ist stets nur zu erfahren, was jeweils zwei der vier Beteiligten sagen. „Sähe man auch den Dialog zwischen den anderen, dann würde man wissen, was die Wahrheit ist“, sagte Regisseur Craig Simmons am Dienstag am Rande einer Probe. „Aber das kriegen wir nie.“ Was das Publikum stattdessen zu hören kriegt, sind lauter Lügen, die die Protagonisten einander erzählen. Oder sind es doch keine Lügen?

In diesen Fragen liegt nicht nur eine gewisse Spannung, die dem Stück natürlich gut tut, sondern auch ein enormes Potenzial an Komik. Autor Zeller lässt in der Schwebe, was Wahrheit und Lüge ist. So ganz genau kommt das nie heraus. Heidi Jürgens: „In der dritten Szene stelle ich eine Behauptung auf, die in der vierten von meinem Mann widerlegt wird.“ Aber sagt ihr Mann auch die Wahrheit? „Man kann ohne Lügen nicht durchs Leben kommen“, sagt Regisseur Simmons, der an Bord des Theaterschiffs auch das Erfolgsstück „Suche impotenten Mann fürs Leben“ inszeniert hat. „Das ist universell. Niemand geht durchs Leben, ohne zu lügen.“

Lügen seien bisweilen etwa notwendig, um andere Menschen nicht zu verletzen. Das könnte auch für das Stück gelten, schließlich geht es in der Vierer-Konstellation auch um verletzte Gefühle. Was macht man da? Simmons über die Haltung der Hauptfigur: „Michel lügt immer.“

 @ Weitere Informationen unter http://www.denkmalpflege.bremen.de/sixcms/detail.php?gsid=bremen02.c.738.de

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