BREMEN BREMEN/I - Von der Schließung bedroht sieht sich die Verbraucherzentrale Bremen, weil Wirtschaftssenator Jörg Kastendiek (CDU) 40 000 Euro Fördergelder streichen will. Der verweist auf andere Bundesländer, in denen es noch schlechter aussieht. Die Verbraucherzentrale Bremen fürchtet um ihre Existenz. Rund ein Siebtel der staatlichen Förderung von derzeit 280 000 Euro soll gestrichen werden. „Wird die Kürzung umgesetzt, sieht sich die Verbraucherzentrale nicht mehr in der Lage, ihr Angebot aufrechtzuerhalten und muss schließen“, sagt Geschäftsführerin Irmgard Czarnecki.

Konkret betrifft die noch von Wirtschaftssenator Peter Gloystein (CDU) abgesegnete Kürzung zwei der insgesamt fünf vom Wirtschaftsressort geförderten Beraterstellen. Gestrichen werden soll sowohl die Beratung für Altersvorsorge als auch jene für Versicherungen.

Zwar verfügt die Verbraucherzentrale Bremen über einen Etat von insgesamt 800 000 Euro. Doch abgesehen von den 280 000 Euro aus dem Bremer Landeshaushalt sei dieses Geld zweckgebunden, etwa für Ernährungs- oder Energieberatung. Die weitere Beratung für Altersvorsorge und Versicherungen kann auf diese Weise nicht sichergestellt werden, so Czarnecki.

Empörung auch bei den Grünen: „Das ist eine Riesensauerei“, schimpft Klaus Möhle, wirtschaftspolitischer Sprecher der Bürgerschaftsfraktion, wegen einer Einsparung von 40 000 Euro „alles aufs Spiel zu setzen“. Im Wirtschaftsressort zeigt man sich „verwundert“ von dem Vorstoß der Verbraucherzentrale: „Wir gehen davon aus, dass die Kürzung die Existenz der Verbraucherzentrale nicht gefährdet“, sagt Thorsten Müller, persönlicher Referent von Wirtschaftssenator Jörg Kastendiek (CDU). Er spricht sich für eine „Konzentration des Angebots auf die Kernaufgaben“ aus – und verweist außerdem auf die Situation anderer Bundesländer: Mit einer fünfprozentigen Kürzung für 2004 und 2005 „steht Bremen nach wie vor gut da“, so Müller. Mecklenburg-Vorpommern fördere die Verbraucherzentralen gar nicht mehr.

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