Bremen Unter dem Motto „Schau hin, misch Dich ein!“ wollten Bremer Unesco-Projektschulen am Freitag ein Zeichen für Toleranz und Zusammenhalt setzen. Dafür tauschten etwa 1000 Schüler zur Unterrichtszeit die Schulbank mit dem Marktplatz.

Aus verschiedenen Stadtteilen gingen die Schüler am Morgen zum Marktplatz, wo sie sich zu einer Kundgebung versammelten. Mit dabei waren die Gesamtschule Mitte, die Kaufmännischen Lehranstalten aus Bremerhaven und die Oberschule Lerchenstraße. Auch die derzeit älteste Bremer Unesco-Projektschule, die Wilhelm-Kaisen-Oberschule, beteiligte sich an der Aktion.

Die Jugendlichen wollten auf die aktuelle Situation von Flüchtlingen in Bremen, Europa und weltweit aufmerksam machen. In zahlreichen Unterrichtseinheiten hatten sie sich zuvor mit Fluchtgründen und der Lebensrealität von Asylbewerbern in Deutschland auseinandergesetzt. Mit einem abwechslungsreichen Programm aus Musik, Theatereinlagen und Aktionen machten sie sich für Toleranz und Zusammenhalt stark. Auf Plakaten war zu lesen: „Flüchtlinge herzlich willkommen“, „Wir brauchen alle ein Zuhause“ und „Keine Abschiebung“. Symbolisch machten die Schüler mit Leichensäcken auf tote Bootsflüchtlinge aufmerksam. Sie appellierten an die Politik, die Situation zu verbessern. Bürgerschaftspräsident Christian Weber unterstützte die Kundgebung und versprach, dass Bremen trotz Haushaltsnotlage für „menschenwürdige Bedingungen“ bei der Aufnahme von Asylbewerbern sorgen werde. Die Jugendlichen selbst sammelten Spenden zugunsten verschiedener Hilfsorganisationen.

Die vier Bremer Unesco-Projektschulen sind Teil eines internationalen Netzwerks. Diese haben sich zum Ziel gesetzt, die Themen Menschenrechte, Frieden, Toleranz, Interkulturalität und Kulturerbe in ihrer Bildungsarbeit besonders zu berücksichtigen und ihren Schülern Haltung zu vermitteln.

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