BREMEN Die Grünen erkennen in Schulnoten ein Konzept aus der „bildungspolitischen Mottenkiste“. Die CDU sieht im Bremer Modell eines der modernsten überhaupt.

Von Thomas Kuzaj BREMEN - „Ich schließe aus, dass wir in dieser Legislaturperiode die Zeugnisordnung ändern.“ Das sagte gestern Claas Rohmeyer, bildungspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion. Anlass: Die Diskussion um Noten in Grundschulzeugnissen.

Am Dienstag, 20. Dezember, ist eine Sondersitzung der Bildungsdeputation. Ein Lernstandsbericht in Form eines Schülerbriefs in den ersten beiden Klassen, Ziffernnoten und Lernstandsberichte in der dritten und vierten Klasse – so ist es in Bremen, und so soll es nach Meinung der CDU auch bleiben. Von einer Notenbefreiung für Grundschüler halten Rohmeyer und CDU-Fraktionschef Hartmut Perschau nichts.

Gerade die – für Lehrer durchaus aufwendige – Kombination von Bericht und Noten in den dritten und vierten Klassen kommt bei der Union gut an. Lernentwicklung und Leistungsstand könnten auf diese Weise gut verglichen werden. „

Die Lösung, die wir gegenwärtig haben, ist eine der modernsten überhaupt.“ Bremen dürfe, so Hartmut Perschau, „nicht zurückfallen in Nicht-Vergleichbarkeit schulischer Leistung“. Bremen könne sich als PISA-Schlusslicht ohnehin keine „exotischen Diskussionen“ und Sonderwege erlauben und etwa Grundschulnoten abschaffen. „Es ist für Schüler wichtig, dass sie an eine leistungsorientierte Benotung herangeführt werden.“

Auch die Eltern bräuchten verlässliche Anhaltspunkte. Denn schließlich müsse zum Ende der Grundschulzeit ja entschieden werden, wie die weitere Schullaufbahn des Kindes aussehen soll.

Perschau: „Kinder wie Eltern müssen ein realistisches Gefühl dafür entwickeln können, wo sie Stärken, wo sie Schwächen haben.“ Zur Orientierung brauche man Maßstäbe und Standards. Die Mehrheit der Eltern, so Claas Rohmeyer, sei für die Noten, der Vorstand des Zentralelternbeirats (ZEB) habe eine andere Position. Es gehe aber um die Wünsche der Mehrheit.

Auf scharfe Kritik stießen die CDU-Äußerungen bei den oppositionellen Grünen. „Noten für Grundschüler sind ein Konzept aus der bildungspolitischen Mottenkiste. Fehlt nur noch der Ruf nach dem Rohrstock“, sagte die Abgeordnete Anja Stahmann. „Die Grünen lehnen Zensuren in der Grundschule ab.“

Stahmann sagte, dass ein Noten-Verzicht möglich sei: „Die Latte liegt hoch. Ein überzeugendes pädagogisches Konzept wird verlangt, Qualitätsanforderungen müssen erfüllt sein und die Schulkonferenz muss zustimmen. Die CDU hat diesem Verfahren zugestimmt. 26 Schulen haben mit viel Aufwand die entsprechenden Anträge gestellt.“

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