Bremen Ihre Finger flitzen flink über die Tasten, Haltung und Blick zeigen eine Mischung aus Konzentration und Entspannung. Sophia Lewerenz spielt „The Cat and the Mouse“ des amerikanischen Komponisten Aaron Copland, eines von vier Stücken, mit dem sie gerade den Bitburger Klavierwettbewerb gewonnen hat. Sophia ist erst zehn – und studiert seit dem neuen Wintersemester an der Hochschule für Künste (HfK).

Dabei hat die junge Bremerin nicht etwa Schule gegen Hochschule getauscht. Vielmehr nimmt sie an einem Programm teil, mit dem die HfK junge, begabte Menschen fördert. Als Jungstudentin wird Sophia einmal in der Woche von Almut Cordes, Dozentin für Klavier und Klaviermethodik, unterrichtet.

Klavier spielt Sophia schon, seit sie fünf Jahre alt ist, häufig Stücke von Haydn und des Scarlatti. In der Schule ist Sophia gut, wie sie sagt. Jeden Tag nach den Hausaufgaben übt sie das Klavierspielen.

Aus der Zusammenarbeit mit Almut Cordes sei die Idee entstanden, Sophia könnte sich für das Jungstudium an der Bremer Musikhochschule bewerben. Vor der Aufnahmeprüfung „war ich aufgeregt“, erzählt Sophia. Vor einer fünfköpfigen Jury musste sie ein 20-minütiges Programm vorspielen. Als sie dann aufgenommen wurde, „war das toll“, strahlt die Zehnjährige .

Laut Almut Cordes ist das Jungstudium eine „ideale Plattform, um sich professionell zu orientieren“. Doch welche Voraussetzungen müssen Schüler mitbringen? Die Begabung sei eine Sache, so Cordes. „Musikalität – dazu gehören nicht nur Gehör und Fingerfertigkeit, sondern auch Gedächtnis und Emotionalität.“ Es gehe aber auch um die Persönlichkeit: „Begeisterung an der Sache und Beständigkeit sind das Wichtigste.“ Der Antrieb müsse von den Schülern selbst und nicht aus deren Umfeld kommen, ansonsten sei eine erforderliche Leistung nicht möglich, so Cordes.

Am Jungstudium nehmen der Klavierdozentin zufolge außergewöhnlich begabte junge Menschen teil. Meist starten sie mit 15 bis 17 Jahren, Sophia ist eine der Jüngsten, besitzt sogar einen Studentenausweis. „Sie sollen die Hochschule sehen und wahrnehmen und bei Konzerten mitspielen“, so Cordes. Im vergangenen Semester waren es zwölf Jungstudenten, die zum Teil nun regulär an der HfK studieren. Dieses Semester sind es vier.

Sophia Lewerenz ist nicht nur talentiert, sondern bereits erfolgreich: Gerade hat sie den Bitburger Klavierwettbewerb gewonnen. Neben dem ersten Preis erhielt sie den Sonderpreis für die am besten bewertete Darbietung zur Förderung des pianistischen Nachwuchses. Vor einer international besetzten Jury hat die Zehnjährige Werke von Johann Sebastian Bach und Jan Ladislav Dussek sowie „The Cat and the Mouse“ von Aaron Cop–land und Wolfgang Amadeus Mozarts „Fantasie“ präsentiert.

Man muss konzentriert sein, verrät Sophia noch, als sie im Übungsraum der Hochschule „The Cat and the Mouse“ zu Ende gespielt hat. Sie mag das Stück, „man hört die Katze und die Maus genau heraus“. Aber man brauche auch flinke Finger – „und ganz viel Gefühl“.

Zugang zum Jungstudium erwerben Schüler durch eine Prüfung. Eine Bewerbung zum Wintersemester ist in der Zeit vom 15. Januar bis 15. April möglich. Infos zum Jungstudium erteilt Almut Cordes: a.cordes@hfk-bremen.de.


Mehr Infos unter   http://application.hfk-bremen.de 
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