Bremen Großeinsatz in der Bremer Innenstadt: Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst steuerten am Mittwoch gegen Mittag mit mehr als 20 Fahrzeugen das Karstadt-Kaufhaus in der Obernstraße an. Ein brennender Trafo im Keller des Gebäudes sorgte für Stromausfall und ein menschenleeres Kaufhaus. Rundherum wurden Obernstraße, Sögestraße und Lloyd-Passage zeitweise gesperrt, die Straßenbahnen umgeleitet. Verletzt wurde niemand.

50 Feuerwehrleute

Vor dem Feuer soll es einen dumpfen Knall im Keller des Kaufhauses gegeben haben, sagten Kunden. Mehr als 2000 Kunden und Mitarbeiter mussten das Gebäude verlassen. Die Beschäftigten versammelten sich im Sporthaus, das ebenfalls im Dunkeln lag, da die Gebäude unterirdisch durch einen Versorgungsgang verbunden sind. Die Feuerwehr erhielt gegen 12.40 Uhr gleich zwei Einsatzmeldungen. Sie rückte mit 50 Kräften und 20 Fahrzeugen aus. Die Polizei war ebenfalls mit mehreren duzend Beamten vor Ort. Die Einsatzkräfte sprachen von einer „erheblichen Rauchentwicklung“. Sie soll dermaßen stark gewesen sein, dass die Feuerwehr nicht sofort ins Untergeschoss zum Trafo vordringen konnte. Als das gelang, war der Brand schnell gelöscht. Folge des Feuers war, dass die komplette Stromversorgung in Mitleidenschaft gezogen wurde, wie ein Feuerwehrsprecher sagte.

Nach Polizeiangaben drang zudem der Rauch über die Belüftungsanlage in die Verkaufsräume und die Lloyd-Passage, die ebenfalls evakuiert wurde. Sowohl bei Karstadt als auch in der Passage wurden über Stunden erhöhte Kohlenmonoxid-Werte gemessen, sagte die Polizei. Gegen 16 Uhr waren die Brandexperten der Kripo vor Ort. Sie werden die Brandstelle erst an diesem Donnerstag untersuchen, sagte eine Polizeisprecherin, da der Brandort, wie üblich, erst „kalt“ sein müsse. Konkrete Angaben zur Ursache gab es daher noch nicht.

Unmut bei Passanten

Während die Polizei die Ein- und Ausgänge sicherte und die Feuerwehr das Gebäude lüftete, war der Brand in der Stadt Gesprächsthema. „Hast Du schon gehört. . .?“, „Bei Karstadt hat es gebrannt“, „Das Kaufhaus ist geschlossen“, „Wann die wohl wieder aufmachen?“, hieß es vielerorts. Am Abend zog ein Teil der Rettungskräfte ab, aber die Karstadt-Türen blieben dicht – ohne Informationen für die Kunden. Das führte dann zu einigem Unmut bei Passanten, die gern einkaufen wollten. „Was soll denn das, warum gibt es denn nicht mal einen Hinweis an der Tür?“, schimpfte ein 46-jähriger Bremer. Die Feuerwehr blieb bis in die späten Abendstunden vor Ort.

Am Donnerstag geöffnet

Gegen 17.30 Uhr wurde die Lloyd-Passage nach und nach wieder freigegeben. Hier soll an diesem Donnerstag pünktlich am Morgen der Weihnachtsmarkt beginnen, sagte Dr. Jan-Peter Halves, Chef der City-Initiative. Auch Karstadt soll dann wieder öffnen, sagte am Abend der Bremer Karstadt-Chef Heinz-Jürgen Wagner. Die Techniker würden die ganze Nacht durcharbeiten, um die Stromversorgung wieder zu gewährleisten.

Mit weiteren Informationen hielt sich Karstadt bedeckt. Zu möglichen verrauchten Waren und Schäden wollte man sich weder in Bremen noch in der Konzernzentrale in Essen äußern.

Ähnlich die Informationspolitik bei Rewe. Der Konzern betreibt das Lebensmittelgeschäft „Perfetto“ im Untergeschoss von Karstadt. „Wir müssen uns erstmal einen Überblick verschaffen“, sagte ein Sprecher in Köln auf Nachfrage.

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