BREMEN Gestern stand der ehemalige Strippenzieher von Scherf selbst im Mittelpunkt. Zahlreiche Gäste waren anwesend.

Von Thomas Kuzaj BREMEN - Für viele galt er als so etwas wie der – nun ja – wirkliche Regierungschef, und man darf sicher sagen: Mit seiner Arbeit sorgte Staatsrat Reinhard Hoffmann dafür, dass Henning Scherf sich als Bürgermeister oft auf Kontaktpflege und Umarmungen konzentrieren, sprich: seinen Charme für Bremen ins Spiel bringen konnte.

Gestern nun gab es im Rathaus – nach der Verabschiedung Scherfs vor einigen Wochen – eine weitere Zäsur: Die Verabschiedung von Reinhard Hoffmann, Staatsrat seit 1976, Chef der Senatskanzlei seit 1995. Gut 200 Gäste kamen, um dem so einflussreichen wie gewitzten Strategen „Auf Wiedersehen“ zu sagen.

Hoffmann, der stets im Hintergrund wirkte, stand nun sozusagen einmal im Mittelpunkt der Betrachtungen. Viele Reden aber gab es nicht. Nach der Begrüßung durch Bürgermeister Jens Böhrnsen folgte nämlich – eben statt vieler Reden – eine hochkarätig besetzte Talkrunde, die Radio-Bremen-Urgestein Theo Schlüter mit dem ihm eigenen Witz moderierte.

Die Teilnehmer in alphabetischer Reihenfolge: Carsten Ahrens, der neue Direktor des Neuen Museums Weserburg. Professor Thomas Albert vom Musikfest – man sieht bereits: Hoffmann, Jahrgang 1936, war immer auch ein Mann der Kultur. Und der (universitären) Bildung. Und damit weiter in der Talkrunde. Neben Jens Böhrnsen dabei: Osteuropa-Professor Wolfgang Eichwede, Uni-Rektor Professor Wilfried Müller, CDU-Fraktionschef Hartmut Perschau. Und natürlich Henning Scherf.

Und: Walter Schön, Chef der Staatskanzlei des Freistaats Bayern. Schön hatte von Ministerpräsident Edmund Stoiber extra frei bekommen, um zur Hoffmann-Verabschiedung nach Bremen reisen zu können. Eigentlich hätte er in München an einer Kabinettssitzung teilnehmen müssen.

Das Abschiedsgeschenk, für das viele Hoffmann-Freunde und -Wegbegleiter gesammelt haben, verbindet die Welten von Politik und Kunst: Es handelt sich um eine 170 mal 80 Zentimeter große Fotografie des Pariser Künstlers Patrick Faigenbaum. Sie zeigt eine Sitzung des Senats im Jahr 1995, also zu Beginn der großen Koalition – und auch Reinhard Hoffmann selbst ist darauf Bild zu sehen. Die Arbeit soll im Neuen Museum Weserburg aufgehängt werden, als dessen Gründungsvater Hoffmann gilt.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.