Wolfsburg Der VfL Wolfsburg und Werder Bremen waren vor diesem Spieltag jene beiden Mannschaften, in deren Partien in der Fußball-Bundesliga am wenigsten Tore gefallen waren. Die Gastgeber aus der Autostadt stellten sogar die beste Defensive der Liga, die Gäste von der Weser präsentierten sich defensiv so stabil wie seit Jahren nicht mehr. Am Freitagabend ab 20.30 Uhr war das alles vergessen: In einem spektakulären Fußballspiel unterlag Werder beim VfL mit 3:5 (2:3) und kassierte damit die erste Niederlage seit dem ersten Spieltag.

Vor allem die erste Halbzeit bot ein irres Hin und Her: Leonardo Bittencourts Führungstor (13. Minute) glich Ridle Baku aus (22.). John Anthony Brooks brachte den VfL in Führung (25.), doch Kevin Möhwald fand mit dem Kopf Werders passende Antwort (35.). Mit dem Gegenangriff ließ Torjäger Wout Weghorst den VfL erneut jubeln (37.). Werder hatte Glück, dass Brooks nach der Pause ins eigene Netz traf – 3:3 (47.). Gerade als die Partie sich ein wenig beruhigt hatte, traf erneut Weghorst mit dem Kopf (76.). Bartosz Białek erzielte das 5:3 (90.+5) und beendete Werders Serie von sieben Spielen ohne Niederlage.

Kurzfristig musste Kohfeldt auf seinen zuletzt besten Angreifer verzichten. Joshua Sargent verletzte sich beim Anschwitzen am Vormittag am Sprunggelenk. Für ihn rückte Yuya Osako in die Startelf. Im Mittelfeld begann Jean-Manuel Mbom anstelle von Möhwald. Ansonsten spielten jene Profis, die ein 1:1 beim FC Bayern erkämpft hatten.

Osakos ungeplante Rückkehr in die Anfangsformation zahlte sich für Werder schon nach 13 Minuten aus. Der Japaner eroberte an der Außenlinie stark den Ball gegen Maxence Lacroix, zog nach innen, legte quer und Bittencourt schob aus wenigen Metern ein.

Werder wirkte defensiv in den ersten 20 Minuten so stabil wie zuletzt, ließ bis dahin keine Torchance zu – und machte dann auf einmal viel zu viele Fehler. Bei Bakus 1:1 agierte die gesamte Defensive zu passiv. Vor dem 1:2 ließen sich mehrere Bremer im Strafraum von Vorlagengeber Josip Brekalo ausdribbeln. Und das 2:3 fiel nur 113 Sekunden nach dem 2:2 von Möhwald, der kurz nach seiner Einwechslung für Mbom (war Gelb-Rot-gefährdet) eine Ecke perfekt in den Torwinkel verlängert hatte. Schon frühzeitig war damit klar, dass Werder kein sechstes Mal in Serie 1:1 spielen wird.

Die zweite Halbzeit fing genauso verrückt an, wie die erste verlaufen war. Milot Rashica spielte einen Pass in die Mitte, Wolfsburgs Brooks hielt den Fuß dazwischen – und traf damit zum 3:3 ins eigene Tor.

Erst danach flachte das Spielgeschehen etwas ab. Die Bremer konzentrierten sich wieder mehr auf die Defensive, überließen den Wolfsburgern den Ball. Der schönste Angriff der Partie entschied diese auch: Wolfsburg spielte sich links durch und Weghorst wuchtete den Ball mit dem Kopf unter die Torlatte. Möhwald sah in der 80. Minute noch die Gelb-Rote-Karte, Bialek machte den Deckel drauf.

Lars Blancke Redakteur / Sportredaktion
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