BREMEN Sie rasen die senkrechten Masten hinauf, als gäbe es keine Schwerkraft. Die chinesischen Artisten mit Kostümen im Seeräuber-Stil springen zwischen den senkrechten Stangen hin und her, als lägen diese in der Waagerechten. Das Publikum staunt und jubelt.

Bis unters Dach ist die „Bremen Arena“ gefüllt. In der zweiten Hälfte des „Feuerwerks der Turnkunst“ jagt ein Höhepunkt den anderen: Die Artisten „Ming und Rui“ bewegen sich in luftiger Höhe. Einer greift in die Schlaufen an den Seilen, der andere turnt darüber. Letzterer lässt sich um eine Körperlänge fallen – dem Publikum stockt der Atem – und fädelt dann mit den Füßen ein. Rasender Applaus und schon die nächste unglaubliche Programmnummer, in der 14 Piraten der „Beijing Acrobatic Troupe“ die Arena entern.

Romantischer Beginn

Der eher träumerisch-romantische Programmstart mit starken Vorführungen der Taekwondo-Gruppe und der Sportgymnasten vom Sportverein Bremen 1860 legt im Laufe des Abends an Tempo zu. Sprunggewaltige Darbietungen durch mannshohe Ringe von der Beijing-Truppe mit perfektem „Timing“, Rollen, Salti und Schrauben, anspruchsvollste Körperakrobatik auf einem „Küchentisch“ vom jungen Trio mit Artem Ghazarian und Thomas Greifenstein sowie harmonische Übergänge durch die „NTB-Showgruppe“.

Puppe als Moderator

Moderator „Herr Momsen“, in Gestalt einer Puppe, gewinnt mit seiner schnoddrigen Art schnell die Herzen und Zwerchfelle des Publikums. Er heizt dem Pianisten und Tenor Henning Kothe ordentlich ein. Nach der Pause verteilt der „Hamburger Jung“ Momsen sogar Sponsorenbier und gibt eine Gesangseinlage gratis.

Musik und Licht runden die beeindruckenden Leistungen der Sportler und Artisten zu einem kurzweiligen Ganzen ab – voller Überraschungen und faszinierender Momente: Ein-Mann-Akrobatik als züngelnde Flamme von Yuriy Ovsyannikov, ein turnender Engel aus dem Einkaufswagen von David Pereira oder Salti über dem russischen Barren von der „White Crow“. Bunte Röhrenwesen sorgen für ulkige Verwandlungen, ein Octopus taucht auf und zwischendurch gibt es immer wieder Turnkunst pur – am Boden, am Barren oder auf dem Schwebebalken.

Mit großem Applaus verabschiedet das Publikum alle Sportler und Artisten. Ein paar ganz Eilige brechen bereits auf, während die Sportler sich im Finale noch verabschieden.

Immer wieder Neues

So unhöflich sind Belinda Ricklefs mit ihrer Nichte Anne-Sophia Petersen und Maria Jagersberg nicht. Sie bewundern die Leistung der Turnkünstler. „Da bekommt man selbst Lust, wieder Sport zu machen“, sagt die 15-jährige Anna-Sophia. Die Piraten-Nummer und der Engel haben ihr am besten gefallen. Langweilig wird es dem Trio, das bereits zum fünften Mal das „Feuerwerk der Turnkunst“ besucht, nicht.

„Es immer wieder was Neues“, sagen sie unisono, „und das Highlight nach Weihnachten.“ Nächstes Jahr wollen sie wieder dabei sein.

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